Warrior Cats: Clans of the Forest Test (Nintendo Switch 2): Wählt euren Clan
Mit Warrior Cats: Clans of the Forest sollen Fans der Reihe eine würdige Videospielumsetzung erhalten. Reichen viele Mechaniken aus?
Ein Traum für Warrior Cats-Fans?
Warrior Cats: Clans of the Forest nimmt sich einer ungewöhnlichen, aber längst überfälligen Aufgabe an: Die erfolgreiche Buchreihe von Erin Hunter soll endlich als großes Konsolenspiel funktionieren. Statt einfach eine bekannte Geschichte nachzuerzählen, setzt Trailmark Games auf eine eigene Figur, vier wählbare Clans und persönliche Entscheidungen. Das klingt nach einer guten Grundlage für ein Rollenspiel, das nicht nur Fans der Vorlage, sondern auch neugierige Nintendo Switch 2-Fans ansprechen möchte. Der offizielle Erscheinungstermin ist der 23. Oktober 2026, die Nintendo Switch 2-Version benötigt 2,8 GB Speicherplatz und wir testeten vorab die Version 0.1.0.29650.
Die Ausgangslage ist dabei angenehm klar: Wir erschaffen eine eigene Katze, wählen einen Clan und brechen zu einem Abenteuer in den Lake Territories auf. DonnerClan, FlussClan, SchattenClan und WindClan bieten hierbei jeweils eine eigene Storyline und somit eigene Geschichten, Traditionen, Konflikte und Prophezeiungen. Dadurch entsteht nicht nur ein persönlicher Charakter, sondern auch ein Spiel, das zum wiederholten Durchspielen einlädt. Die Entwickler versprechen vier vollständige Kampagnen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Leben innerhalb der Clans beschäftigen. Das klingt klasse, nicht wahr? Wenden wir uns also diesen vier Möglichkeiten zu!
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Vier Clans, vier Geschichten
Besonders interessant ist, dass der Clan weitaus mehr als eine kosmetische Entscheidung darstellt. In Warrior Cats: Clans of the Forest dürft ihr euch zwischen vier Prophezeiungen entscheiden. Wer sich für den DonnerClan entscheidet, erlebt die dichten Wälder und seine eigenen Konflikte erleben, während der FlussClan durch sumpfige Gebiete und andere kulturelle Schwerpunkte führt. SchattenClan und WindClan ergänzen das Bild mit dunklen Kiefernlandschaften beziehungsweise offenen Mooren. Diese Unterschiede verleihen eurem Abenteuer (es gibt übrigens neun mögliche Spielstände!) eine echte spielerische Identität, was sich schon zu Beginn des Spiels aufgrund der Einleitungstexte abzeichnet.
Im DonnerClan seid ihr gefangen in einer Prophezeiung des Feuers. Ihr müsst euch im wechselhaften Gefüge des Clans behaupten. Werden eure Entscheidungen eine neue Zukunft oder totale Zerstörung bedeuten? Das Territorium des FlussClans wird von Zweibeinern als auch von euren eigenen Artgenossen belagert. Werdet ihr jenseits der Flussgrenze die Erlösung finden? Der SchattenClan wiederum hat mit einem dunklen Einfluss zu kämpfen. Ihr steigt in den Rängen auf, doch die Katze, der ihr am meisten vertraut, könnte euer größter Feind sein! Der WindClan wiederum beschäftigt sich mit einem unerwarteten Tod, den es inmitten von Lügen aufzudecken gilt. Dabei solltet ihr stets eurem Herzen folgen…
Eure ganz eigene Katze
Die Charaktererstellung ist für Fans eine der großen Stärken des Spiels. Fellmuster, Farben, Augen, Ohren, Schwänze, Schnurrhaare und weitere Merkmale lassen sich kombinieren, sodass die eigene Kriegerkatze nicht wie ein austauschbarer Standardcharakter wirkt. Für eine Fangemeinde, die ihre eigenen Warrior Cats-Figuren seit Jahren zeichnet, schreibt und in Rollenspielen verwendet, ist das ein wichtiger Bestandteil der Identität des Spiels. Hier bietet Clans of the Forest deutlich mehr als eine bloße Auswahl aus vorgefertigten Katzen. Das Aussehen wird übrigens auch im Spiel noch verändert (etwa Narben am Körper oder Cuts am Ohr), je nachdem, wie ihr euch in gewissen Situationen verhaltet.
Damit nicht genug, auch die eigene Höhle lässt sich anpassen. Gesammelte Materialien werden in eurem eigenen Bau (und auch in denen von anderen Katzen) dazu verwendet, Gegenstände und Dekorationen herzustellen, darunter unterschiedlichste Schlafplätze, Dekorationen und Kratzmöglichkeiten. Das passt gut zum gemütlichen Teil des Warrior Cats-Universums und bildet einen angenehmen Kontrast zu den gefährlichen Expeditionen. Allerdings müsst ihr zuvor erst die benötigten Materialien einsammeln, was durch das Spielen von Warrior Cats: Clans of the Forest wie von selbst passiert. Die gefertigten Werkstücke brauchen auch eine Zeit bis zu 48 Stunden, bevor sie fertig sind.
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Aufgaben abholen und erforschen
In der von uns getesteten Version noch vor dem Erscheinungstermin konnten wir uns schon einen guten Eindruck von den verzweigten Geschichten, dynamischen Quests und Entscheidungen, die Beziehungen, Rivalitäten und mehr machen. So werdet ihr von euren Questgebern stets herumgeschickt, um Dinge zu erledigen oder Streuner zu verjagen. Wie ihr dann damit tatsächlich umgeht, ist euch überlassen und so gibt es manchmal Möglichkeiten im Gespräch, mehr Belohnungen herauszuschlagen oder unverhofft Feinde zu Freunden (oder auch andersherum) zu machen.
Das ist für ein Warrior Cats-Spiel genau der richtige Ansatz, denn die Buchreihe lebt nicht nur von Kämpfen, sondern auch von Loyalität, Freundschaft, Verrat und schwierigen moralischen Entscheidungen. So sammelt ihr dann Punkte bei den verschiedenen Fraktionen, während ihr für euren Clan auch Essen besorgt und sicherstellt, dass niemand hungern muss. Es gibt eine Vielzahl von Mechaniken neben dem Einrichten eures eigenen Baus und denen anderer Katzen, aber auch Nebenmissionen und mehr. Wenn euch mal die Worte ausgehen, werden die Krallen ausgefahren.
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Rundenweise auf die Pfoten
Im Mittelpunkt des Abenteuers stehen rundenbasierte Kämpfe. Bis zu drei gegen drei Figuren können gleichzeitig gegeneinander antreten, wobei unterschiedliche Kampfbewegungen, Haltungen und Clan-Fähigkeiten zum Einsatz kommen. Insgesamt ist von 75 einzigartigen Kampfbewegungen die Rede. Damit fällt das Kampfsystem deutlich taktischer aus, als es die niedliche Katzenoptik zunächst vermuten lässt. Warrior Cats: Clans of the Forest hat ein kluges Schere-Stein-Papier-Prinzip eingebaut, das Aufmerksame belohnt und auch schwierige Aufgaben machbar werden lässt.
Die Gegnerliste reicht von rivalisierenden Clan-Katzen über Dachse und Füchse bis hin zu Hunden und Dobermännern. Auch kleinere Tiere wie Mäuse, Eichhörnchen und Vögel spielen eine Rolle, da allerdings nicht nur als Widersacher auf Augenhöhe, sondern auch als Beute, die aufgespürt und gejagt werden kann. Spannend ist es auch, wenn ihr dann nicht mehr alleine in den Kampf zieht, sondern wirklich Teams gegeneinander antreten. Spätestens dann gehen die Kämpfe nämlich über simples Angreifen hinaus und verlangen von euch den Einsatz von Items und das Ausnutzen von Schwächen.
Auf Spurensuche im Wald
Abseits der Gefechte möchte Warrior Cats: Clans of the Forest vor allem eine erkundbare Wildnis bieten. Wir klettern auf Bäume, verfolgen Geruchsspuren, bewegen uns durch dichtes Unterholz und lösen das eine oder andere Umgebungsrätsel. Dazu kommen versteckte Wege und geheime Bereiche, die den sechs inkludierten Schauplätzen mehr Struktur geben. Auf der großen und ziemlich gut erforschbaren Karte erwarten uns nämlich neben den vier Clan-Gebieten auch der Mondsee und die Insel, das sind zwei Orte, die für Fans der Bücher besonders viel Atmosphäre versprechen.
Trailmark Games möchte übrigens für dieses Game nicht ausschließlich auf bekannte Figuren setzen. Neben eigenen Charakteren treten auch ikonische Katzen aus dem Warrior Cats-Universum auf. Bereits angekündigte Beispiele wie Lichtherz und Wolkenschweif zeigen, dass die Entwickler eine Verbindung zur Buchvorlage herstellen wollen, ohne die Geschichte vollständig von bekannten Hauptfiguren abhängig zu machen. Dieser Spagat ist vielversprechend: Fans erhalten vertraute Bezugspunkte, während die eigene Katze trotzdem im Mittelpunkt bleibt, und Neulinge brauchen die Vorkenntnis nicht.
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Ein All-in-one-Spiel
Diese Mischung aus Erkundung, Sammeln, Jagen und gelegentlichen Rätseln klingt nach einem klassischen Action-Adventure-Aufbau. Einen tatsächlichen Zeitdruck gibt es nicht, und ihr werdet stets dazu eingeladen, die Gebiete zu durchstreifen. Die Map ist ziemlich groß und dank Schnellreisefunktion kommt ihr dann, sofern ihr die einzelnen Punkte freigeschalten habt, rasch von A nach B. Die Übersichtlichkeit kann da und dort schon mal leiden, und Bäume, die ihr raufklettern könnt, sehen immer gleich aus. Da hat das Team hinter Warrior Cats: Clans of the Forest schon mal den Sparstift angesetzt. Gleichzeitig bietet das Game sehr vieles für die Zielgruppe:
Neben den rundenbasierten Kämpfen gibt es eine Vielzahl von Nebenmissionen, ihr könnt euer Team zusammenstellen, den eigenen Clan versorgen, im Bau für Heimeligkeit sorgen und dank dem Dialogsystem mit anderen Katzen interagieren. Clan-Rivalitäten, Bossgegner und Level-ups sorgen dann für die Extra-Prise an Salz im RPG. Neben dem Prophezeiungsmodus (Storymodus) gibt es auch noch den Verteidigermodus, in dem wir möglichst lange Gefechte in einer einzelnen Herausforderung (wahlweise 1v1, 2v2 oder 3v3) austragen. Den Online-Modus (Besuch der anderen Höhlen) konnten wir vor dem Release noch nicht testen.
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Die Technik von Warrior Cats: Clans of the Forest
Gleich vorweg: So gut gemeint das Spielprinzip auch ist, auf der Nintendo Switch 2 war die von uns getestete Version 0.1.0.29650 technisch wirklich nicht gut. Die Trailer zum Spiel sehen annehmbar aus und flüssig, doch auf der Nintendo Switch 2 ist alles ein wenig unscharf. Nicht nur im Handheld-Modus, auch im TV-Modus wirkt das Game, als wäre es vor Jahren schon erschienen. Die Optik ist da wirklich ein Stolperstein: Texturen werden teils nur langsam geladen, die Animationen können irritierend sein, und manchmal wird nicht mal die 30 fps-Grenze eingehalten. Gerade beim Drehen der Kamera kam es öfters zu Rucklern, als mir lieb war. Ich gehe hier von einem technischen Problem aus, und dass zum Release ein Day 1-Update erscheint, das diese Themen behebt.
Was leider keine Sache für ein Update sein wird, ist die musikalische Untermalung des Spiels. Vom Hauptmenü an schallt euch ein sehr wiederholender Tune entgegen, der sich nicht wirklich im Ohr festzusetzen vermag. Mehr noch, die Erkundungsmusik klingt mehr nach Kampf als die Kampfmusik: Warrior Cats: Clans of the Forest versucht zwar, erdig zu klingen, aber gemeinsam mit den Standard-Soundeffekten kommt hier nur mäßig Stimmung auf. Bei den ausgiebigen Erkundungstouren ist die Kamerasteuerung teils störrisch, und das Ruckeln beim Drehen der Kamera hat das Testen vor dem Erscheinungstermin ziemlich belastet. Wie gesagt, ich gehe allerdings davon aus, dass hier noch ein Update vor dem tatsächlichen Release erfolgt. Hier ein paar Gameplay-Eindrücke:
Guter Ansatz mit einem Aber
Warrior Cats: Clans of the Forest wirkt auf dem Papier wie ein ambitioniertes Fanprojekt mit erstaunlich vielen Bausteinen: vier Kampagnen, eine umfangreiche Charaktererstellung, rundenbasierte Drei-gegen-drei-Kämpfe, Erkundung, Handwerk, Höhlengestaltung und auch Online-Funktionen. Die Mischung hat Charme und passt grundsätzlich sehr gut zur Vorlage. Besonders die Möglichkeit, eine eigene Katze zu erschaffen und den persönlichen Weg durch den Clan zu bestimmen, hebt das Spiel gelungen ab. Und seien wir ehrlich, die Reihe hat jetzt noch keine Videospiel-Umsetzung (abgesehen von Roblox-Projekten) erhalten. Ob dieses Game daran etwas ändern kann?
Denn auf der Nintendo Switch 2 wirkt die Vorabversion 0.1.0.29650 noch nicht ganz fertig. Ruckler, verzögert ladende Texturen, eine schwammige Kameradrehung und ein sehr eintöniger, einlullernder Soundtrack laden nicht wirklich zum längeren Spielen ein. Das ist aber bitter, da es einige Mechaniken gibt, die es durchaus wert sind, dass Fans reinschauen. Vier unterschiedliche Kampagnen mit jeweils ein paar Stunden Spielzeit, verschiedene Arten, mit Konfrontationen umzugehen, und ein solides rundenbasiertes Kampfsystem erfreuen Interessierte zum Preis von 29,99 Euro. Sollten sich die technischen Probleme (hoffentlich mit einem Day 1-Update) in den Griff bekommen lassen, erhält Warrior Cats: Clans of the Forest von mir