OPPO Enco X4 im Test: In-Ears mit ganz viel Technik

von Mandi 21.10.2026

Mit den Enco X4 möchte OPPO nicht bloß weitere True-Wireless-Kopfhörer auf den Markt bringen. Was können die In-Ear-Buds?

Über die OPPO Enco X4

Das neue Modell tritt mit Dynaudio-abgestimmtem Dual-Driver-System, verlustfreier Audioübertragung, adaptiver Geräuschunterdrückung und einer beeindruckenden Gesamtlaufzeit an. Optisch bleibt OPPO der vertrauten Linie der Enco-Familie treu. Die Enco X4 setzen auf ein kompaktes In-Ear-Design mit kurzen Stielen und einem Ladecase, das sich problemlos in Hosentasche oder Rucksack verstauen lässt. Angeboten werden sie in Weiß und einem sanften Violett, angenehm unaufdringlich.

Mit einem Gewicht von 5,6 Gramm pro Ohrhörer gehören die Enco X4 zu den leichteren Vertretern ihrer Klasse. Das Ladecase bringt zusätzlich 41,8 Gramm auf die Waage, womit das Gesamtgewicht bei rund 53 Gramm liegt. Die Ohrhörer sind nach IP55 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, was sie für Sport, Pendelstrecken und wechselhaftes Wetter tauglich macht, für längere Tauchgänge oder das Schwimmtraining sind sie selbstverständlich nicht gedacht. Packen wir sie erst mal aus!

Der erste Eindruck

Sind das etwa AirPods Pro in meinem OPPO-Ladecase? So, oder so ähnlich war mein erster Eindruck nach dem Auspacken. Während das eiförmige Lade-Case mit seinen Rundungen sich optisch noch ein wenig von der Vorlage abhebt, sind die Earbuds fast identisch zu den Apple-Geräten der zweiten und dritten Generation. Das mag schon seine Richtigkeit haben, schließlich gibt es wohl nicht allzu viele Arten, wie man in möglichst viele Ohren möglichst viel Klang schafft. Ein erstes Testen bestätigt: Diese Form funktioniert für den Großteil der Ohren, ich persönlich konnte damit sofort loslegen.

Hersteller OPPO legt zusätzlich zu den Silikonspitzen in der Größe M auch noch weitere bei. Die Größen L, S und XS machen es einfach, durch bloßes Herumprobieren die passende Größe zu finden. Ein wahrer Segen für all jene, die in der Vergangenheit mit In-Ear-Kopfhörern schmerzende Erfahrungen und Ohrenprobleme gemacht haben. Ich selbst bin fest in der XS-Gattung verankert und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ein Hersteller eine solche Größe anbietet. Danach geht es gleich ans Koppeln, und da ist bei den OPPO Enco X4 tatsächlich ein Unterschied auszumachen!

Zur App-Verbindung

Denn je nachdem, ob ihr ein OPPO-Smartphone habt oder nicht, ändert sich der Prozess. Mit dem aktuellen OPPO Find X10 Pro Max (zu unserem Testbericht) ist nach dem Koppeln via Bluetooth Schicht im Schacht und keine weitere App mehr nötig. Im Bluetooth-Menü habt ihr dann so viele Funktionen wie sonst nirgendwo zu finden: Ein Tutorial, Ladestände, ein Schalter zwischen Geräuschunterdrückung/Adaptiv/Transparenz/Aus, eine Geräteverwaltung für die duale Verbindung, Verlustfreies Audio, Räumliches Audio (Aus/Fixiert/Verfolgung), fünf Equalizer von Dynaudio, BassWave, ein Zehn-Band-EQ zum Selbereinstellen, Goldener Klang (auf euch abgestimmter Klang), Sprachassistent, KI-Echtzeit-Dolmetschen, die Einstellung der Ohrhörersteuerung (was passiert, wenn ihr den linken oder rechten Stängel quetscht oder daran streicht?), Kopfbewegungen sowie die Konversationserkennung.

Dann gibt es noch den Spiele-Modus inklusive Niedrige Latenz-Modus, Spotify Tap, Klangraum (Weißrauschen und mehr), Gesundheit der Halswirbel, Kamerabezogene Einstellungen, Meine Ohrhörer finden, Musikwiedergabe beim Schlafen pausieren, natürlich eine Ohrhörer-Sitzprüfung, um euch bei der Auswahl der Silikonspitze zu helfen, weitere Einstellungen und die Möglichkeit zum Firmware-Update. Im Testzeitraum war übrigens die Firmware-Version 111.111.100 aktuell. Was tut man nun etwa mit einem aktuellen iPhone? Hierzu gilt es die HeyMelody-App herunterzuladen. Hier fehlen einzelne Features wie Spotify Tap und die kamerabezogenen Einstellungen, ansonsten könnt ihr damit aber auch alles anstellen, als hättet ihr ein OPPO-Smartphone. Letzten Endes funktionieren die Earbuds hüben wie drüben richtig gut, und das betrifft auch den Klang. Wenden wir uns also dem Audio zu!

OPPO Enco X4: Der Sound

Im Inneren der Enco X4 arbeitet ein koaxiales Dual-Driver-System vor sich hin. Ein 11-Millimeter-Dynamiktreiber kümmert sich um Bass und Grundton, während ein 6-Millimeter-Treiber die höheren Frequenzen übernimmt. Beide Komponenten wurden gemeinsam mit Dynaudio abgestimmt, zusätzlich setzt OPPO auf getrennte Digital-Analog-Wandler und eine digitale Frequenzweiche. Das ist für True-Wireless-Ohrhörer ein technisch ambitionierter Aufbau und sorgt vor allem bei komplexeren Musikstücken für mehr Übersicht. Im Hörtest präsentieren sich die Enco X4 erwartungsgemäß kraftvoll, ohne den Bass zum alleinigen Star zu machen. Auf Wunsch könnt ihr aber mit BassWave hier noch ordentlich nachlegen! Tiefe Frequenzen besitzen Druck und Volumen, wirken aber nicht grundsätzlich schwammig oder übertrieben aufgebläht.

Stimmen stehen sauber im Zentrum, Gitarren und elektronische Details behalten ihre Kontur. Wer einen maximal neutralen Studioklang sucht, wird vermutlich weiterhin zum Equalizer greifen wollen, für Pop, Rock, Soundtracks und Podcasts liefern die OPPO-Ohrhörer jedoch ein sehr vielseitiges Klangbild. Sie versuchen nicht, jede Aufnahme mit künstlicher Brillanz spektakulär erscheinen zu lassen, sondern halten den Klang auch bei höheren Lautstärken vergleichsweise kontrolliert. Der Übergang zwischen Bass, Mitten und Höhen bleibt nachvollziehbar, während die Höhen genügend Energie mitbringen, ohne permanent scharf zu wirken. Unterstützt werden AAC, SBC, LC3 und LHDC. Über LHDC sind laut den technischen Angaben 48 kHz und 24 Bit sowie eine maximale Übertragungsrate von bis zu 2,3 Mbit/s möglich.

ANC im Alltag

Bei der aktiven Geräuschunterdrückung fährt OPPO groß auf. Die Enco X4 bieten mehrere Intensitätsstufen, einen adaptiven Modus, eine Transparenzfunktion und eine automatische Anpassung an die Umgebung. OPPO spricht von einer Unterdrückung von bis zu 99,8 Prozent alltäglicher Geräusche, das ist wie üblich eine Herstellerangabe, die man nicht mit einer universellen Stille-Garantie verwechseln sollte. Tatsächlich hängt die Wirkung stark vom Sitz der Ohrhörer und von der jeweiligen Geräuschquelle ab, ein leichtes Rauschen hatte ich beispielsweise bei einer Lüftung dennoch. Im Alltag wird vor allem das tieffrequente Dröhnen von Bahn, Flugzeug oder Klimaanlage deutlich reduziert. Stimmen, plötzliche Geräusche und höhere Frequenzen bleiben naturgemäß schwieriger vollständig auszublenden. Der adaptive Ansatz ist dennoch sinnvoll, weil nicht ständig manuell zwischen maximaler Abschottung und Transparenz gewechselt werden muss. Wer seine Umgebung bewusst wahrnehmen möchte, kann auf den Transparenzmodus umschalten, ohne die Ohrhörer aus den Ohren nehmen zu müssen.

Und da ist zu sagen: Der funktioniert selbst in einem vollen Gastgarten richtig gut. Für Telefonate verwendet OPPO ein System mit vier Mikrofonen, darunter drei Silizium-Mikrofone und ein VPU-Mikrofon. Dazu kommen KI-gestützte Verfahren zur Reduzierung von Umgebungsgeräuschen. Das Ziel ist klar: Die eigene Stimme soll auch an belebten Straßen, in Cafés oder in öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst verständlich bleiben. Das funktioniert recht gut, doch man muss klar sagen, solche Systeme können störende Geräusche deutlich abmildern, ersetzen aber kein gutes Mikrofon in ruhiger Umgebung. Die Enco X4 richten sich damit vor allem an all jene, die regelmäßig unterwegs telefonieren oder an Online-Meetings teilnehmen. Für kurze Gespräche funktioniert das Konzept tatsächlich hundertprozentig, bei starkem Wind oder sehr lauten Stimmen im direkten Umfeld könnt ihr klarerweise keine Studioqualität erwarten. Aber die Gegenüber waren immer voll des Lobes, dass sie gar nicht so viel von den Störgeräuschen mitbekamen, ganz anders, als ihr es selbst hört. Für meine Belange also volle Punktzahl!

Voll auf die Ohren

Neben ANC und hochauflösender Übertragung unterstützen die Enco X4 auch räumliches Audio. Das kann bei Filmen und kompatiblen Inhalten für eine breitere, weniger direkt an den Kopf geklebte Wiedergabe sorgen. Wie stark dieser Effekt gefällt, bleibt Geschmackssache: Bei Musik wirkt eine virtuelle Räumlichkeit nicht automatisch natürlicher, während sie bei Filmen und Spielen durchaus reizvoll sein kann. Praktisch ist außerdem die Möglichkeit, zwei Geräte gleichzeitig zu verbinden. Damit lässt sich beispielsweise zwischen Smartphone und Notebook wechseln, ohne jedes Mal eine neue Bluetooth-Verbindung aufzubauen. Unterstützt werden Bluetooth 6.1 und eine Reichweite von bis zu zehn Metern unter geeigneten Bedingungen. Die Enco X4 funktionieren dank der plattformübergreifenden HeyMelody-App sowohl mit Android als auch mit iOS, wobei einzelne Zusatzfunktionen variieren können, wie oben bereits beschrieben.

Bei der Akkulaufzeit gehören die Enco X4 zu den auffälligsten Modellen ihrer Klasse. OPPO nennt bis zu 13 Stunden Wiedergabe mit den Ohrhörern und insgesamt bis zu 53 Stunden gemeinsam mit dem Ladecase, allerdings mit dem AAC-Codec und deaktivierter Geräuschunterdrückung. Wird ANC eingeschaltet, sinkt die kombinierte Laufzeit auf bis zu 26 Stunden. Mit LHDC und aktiver Geräuschunterdrückung sind es laut Hersteller noch bis zu 22 Stunden. Diese Differenz ist wichtig, denn die Maximalangabe von 53 Stunden dürfte im Alltag nicht immer erreichbar sein. Trotzdem bleibt die Ausdauer stark, insbesondere wenn ANC nur bei Bedarf aktiviert wird. Das Ladecase lässt sich, wie es der Standard vorgibt, per USB-C aufladen. OPPO gibt für das vollständige Laden der Ohrhörer per Kabel rund 55 Minuten und für das Case etwa 65 Minuten an, das ist ein recht guter Wert, vor allem für die Laufzeit, die ihr damit gewinnt.

Komfortabel und voller Technik

Die kompakte Bauweise und das geringe Gewicht sprechen für einen hohen Tragekomfort. Wie bei praktisch allen In-Ear-Modellen hängt das Ergebnis allerdings stark von den mitgelieferten Ohrpassstücken und der individuellen Ohrform ab. Ein guter Sitz ist nicht nur für Komfort entscheidend, sondern auch für den Bass und die Leistungsfähigkeit des ANC. Sitzen die Enco X4 nicht dicht genug, verliert selbst die beste Technik einen Teil ihrer Wirkung, da seid ihr selbst gefragt. Aus meinem Testing ergibt sich: Für kurze Wege und längere Musiksessions sind die Ohrhörer gut geeignet. Bei sehr langen Tragezeiten können sich die üblichen In-Ear-Einschränkungen bemerkbar machen, etwa Druckgefühl oder Wärme im Gehörgang. Das ist kein spezielles Problem der Enco X4, sollte bei einer Kaufentscheidung aber berücksichtigt werden. Wer besonders empfindlich auf Silikonaufsätze reagiert, sollte die Passform möglichst vor dem Kauf testen. Noch kurz eine technische Übersicht für euch in aller Kürze:

Die OPPO Enco X4 sind True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer mit einem koaxialen Dual-Driver-System aus 11-mm-Dynamiktreiber und 6-mm-Hochtöner, Dynaudio-Abstimmung sowie Unterstützung für AAC, SBC, LC3 und den hochauflösenden LHDC-Codec mit bis zu 48 kHz/24 Bit, räumliches Audio ist ebenfalls an Bord. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth 6.1 mit einer Reichweite von bis zu zehn Metern, während adaptive aktive Geräuschunterdrückung, Transparenzmodus und KI-gestützte Gesprächsgeräuschunterdrückung über vier Mikrofone (drei Mikrofone plus VPU-Sensor) für Ruhe und klare Telefonate sorgen. Jeder Ohrhörer besitzt einen 65-mAh-Akku, das Ladecase fasst 576 mAh, die Laufzeit beträgt bis zu 13 Stunden pro Ladung beziehungsweise bis zu 53 Stunden inklusive Ladecase bei AAC und deaktiviertem ANC, bei aktiviertem ANC noch bis zu 26 Stunden. Unterstützt werden USB-C- und kabelloses Laden, Multipoint-Verbindungen sowie ein IP55-Schutz gegen Staub und Spritzwasser.

Die vernünftige Wahl bei In-Ears

Die OPPO Enco X4 kombinieren um knapp 200,- Euro ein technisch anspruchsvolles Dual-Driver-System mit einer gelungenen Alltagsausstattung. Dynaudio-Abstimmung, LHDC, verlustfreies Audio, räumliche Wiedergabe, adaptive Geräuschunterdrückung, Multipoint und eine sehr ausdauernde Batterie ergeben ein überzeugendes Gesamtpaket. Besonders stark wirken die Ohrhörer dort, wo viele Fans von In-Ear-Produkten den größten praktischen Nutzen suchen: Beim ausgewogenen Klang, bei langen Akkulaufzeiten und beim flexiblen Einsatz unterwegs.

Ganz ohne Einschränkungen kommt das Modell dennoch nicht davon. Die besten Laufzeitwerte gelten ohne ANC, hochauflösende Codecs setzen kompatible Geräte voraus und das Case lässt sich nur via USB-C, aber nicht kabellos aufladen. Jammern auf hohem Niveau, denn wer einen vielseitigen Premium-In-Ear-Kopfhörer mit kräftigem, detailreichem Klang und ungewöhnlich großem Akku sucht, findet in den Enco X4 einen ernstzunehmenden Kandidaten. Sie funktionieren im Alltag genau da, wo sie es müssen, und überraschen mit ihrer Vielseitigkeit stets aufs Neue.

Wertung: 9.0 Pixel

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