Unsere Eindrücke vom Musical DIE SCHÖNE UND DAS BIEST
Das Musical “Die Schöne und das Biest” wird zur Zeit im Raimund Theater in Wien aufgeführt und läuft noch bis 27. Juni 2027. Marlene Jubelius und Dominik Hees brillieren in den Hauptrollen von Belle und dem Biest.
Bevor man Platz nimmt, kann man im Untergeschoss vor einem imposanten Hintergrund mit unzähligen Rosen ein Erinnerungsfoto machen oder sich eines der vielen verschiedenen Souvenirs, wie T-Shirts, Belle-Stoffpuppen oder einen goldenen Handspiegel kaufen. Die Vereinigte Bühnen Wien haben sich getraut, eine moderne Bühneninszenierung zu wagen, was sich absolut bezahlt gemacht hat. Die Neuinszenierung von “Die Schöne und das Biest” ist vielleicht nicht so traditionell wie andere VBW-Produktionen, was auch Kritik von anderen Seiten brachte, was wir aber so nicht unterschreiben können.
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Gleich zu Beginn wurde klar: Die detailiert gebauten Requisiten werden durch die neuen Licht und Schatteneffekte aufgewertet. Das trug dazu bei, dass man sofort gänzlich in die Geschichte eintauchen konnte. Bühnentechnisch wurde an nichts gespart und so schufen zum Beispiel riesige bewegliche mechanische Bühnenteile in Sekundenschnelle einen wiedererkennbaren Raum wie zum Beispiel Belle’s Zimmer.
Die Darsteller performten nicht nur mit Charme, Witz und Finesse, sondern auch mit einer Leichtigkeit und Ausdrucksstärke. Das alles wurde nur noch von ihrer Stimmgewalt getoppt, und dieses Gesamtpaket fing die jede Emotion der Geschichte ein. Besetzt wurden die Rollen perfekt, somit fällt es schwer, einen Favoriten zu nennen.
Unglaublich beeindruckt waren wir auch von den Tänzern, die die komplexen Choreografien mit einer enormen Präzision performten. Die Nummern wurden von Matt West, dem Choreografen, fast gänzlich neu erdacht. Besonderes Augenmerk gilt hier der Stepptanznummer von “Unser Gast”, aber auch die Nummern von “Gaston” und “Endlich Mensch wieder sein” stehen dieser Ausdrucksstärke in nichts nach.
In den Stadt- oder Tavernensezenen war es ein wahrer Genuss, die Hauptdarsteller mit den Nebendarstellern interagieren zu sehen. Es passierte so viel, dass man am liebsten alles auf einmal betrachtet hätte. Mit viel Liebe zum Detail wurde jedes der einzigartigen Kostüme zum Hingucker.
© Vereinigte Bühnen Wien, Deen van Meer
Das alles wurde mit den perfekt getimten Arrangements des 80-köpfigen Orchesters unter der Leitung von Carsten Paap als Dirigent unterstrichen. Auch diejenigen unter uns, die den Film oder auch die originale Broadway-Inszinierung kennen, hören hier neue Arrangements der Klassiker oder eigens für diese Produktion neu geschriebene Lieder.
Der erste Akt besticht durch seine bunten und großen Musicalnummern, wobei der zweite Akt durch berührende und gefühlsstarke Szenen besticht, die diese klassische Geschichte von Liebe, Vertrauen und falschen Vorurteilen abschließt.
Alles in allem erwartet euch hier eine perfekte Mischung aus hochwertigen Performances, einer klassischen Geschichte, die einen modernen Anstrich bekommen durfte und einem Abend, der einen auch noch Tage danach in die zauberhafte Welt von Disney entführt.
© Stefanie J. Steindl