Apple WWDC 2026: KI für alle, nur nicht in der EU

von Mandi 09.06.2026

Unter dem vielsagenden Motto „All systems glow“ startete am 8. Juni die diesjährige Worldwide Developers Conference (WWDC) im Apple Park.

Über die WWDC 2026

Es war eine Keynote der Superlative, die nicht nur technologisch, sondern auch emotional in die Apple-Geschichte eingehen wird: Tim Cook verabschiedete sich von der großen Bühne, während Siri dank eines Google-Deals endlich die lang angekündigten Superkräfte erhalten soll. Der Kern der Präsentation war die vollständige Wiedergeburt von Siri, die fortan auf den Namen Siri AI hört. Nach Jahren der Kritik und einer 250-Millionen-Dollar-Sammelklage wegen unerfüllter KI-Versprechen hat Apple Siri von Grund auf neu konzipiert. Die treibende Kraft dahinter ist ein spektakulärer Deal: Apple lizenziert Googles maßgeschneidertes, 1,2 Billionen Parameter starkes Gemini-Modell für geschätzt eine Milliarde US-Dollar pro Jahr. Da Google auch einiges gezahlt hatte, um die Standard-Suchmaschine auf iPhones zu sein, ist das ein Spiel der Machart „linke Tasche, rechte Tasche“. Was kann Siri AI? Siri AI fungiert nun als eigenständige Chatbot-App, lässt sich aber auch weiterhin gewohnt über die Power-Taste oder durch ein neues Wisch-Geste-System direkt aus der Dynamic Island heraus aufrufen. Das System verfügt über volles Bildschirm-Verständnis (Visual Intelligence), kann extrem komplexe, mehrstufige Aufgaben über verschiedene Apps hinweg ausführen und greift dank iCloud-Verschlüsselung absolut sicher auf den persönlichen Kontext des Nutzers zu. Sie kann beispielsweise Dokumente und Bilder analysieren, Routen planen oder E-Mails basierend auf Notizen verfassen. 

Allerdings wurde es erst spät gesagt, schlechte Nachrichten für uns in Europa: Aufgrund von regulatorischen Hürden des Digital Markets Act (DMA) wird Siri AI vorerst nicht in der Europäischen Union (und aus regulatorischen Gründen auch nicht in China) starten. Der weltweite Beta-Test beginnt im Herbst zunächst ausschließlich in englischer Sprache. Wir kennen das Ausroll-System schon von Apple Intelligence, aber auch heute können wir weit noch nicht alles, was beispielsweise User in den USA dürfen. Neben der KI-Revolution bringt iOS 27 zahlreiche Detailverbesserungen. Das im Vorjahr eingeführte „Liquid Glass“-Design erhält praktische Personalisierungs-Schieberegler, mit denen wir stufenlos zwischen kristallklarer Transparenz und mattiertem Buntglas wechseln können. Unter der Haube hat Apple massiv an der Performance-Schraube gedreht: App-Starts sind um bis zu 30 % schneller, Datei-Transfers laufen bis zu fünfmal schneller ab und AirDrop-Übertragungen wurden um stolze 80 % beschleunigt. Das hilft vor allem älteren Geräten, und entgegen aller Gerüchte wird iOS 27 für alle iPhones ab dem iPhone 11 freigegeben, was dem Kult-Smartphone eine unerwartete Gnadenfrist beschert. Siri AI selbst benötigt aufgrund der Hardware-Anforderungen allerdings mindestens ein iPhone 15 Pro oder neuer. Und eine lokal ablaufende KI wäre auch möglich, dazu braucht ihr allerdings entweder ein iPhone 17 Pro oder ein iPhone Air. iOS 27 wird im Herbst 2026 erscheinen.

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