Archero Test (iOS): Handy-Roguelike

von Mandi 20.07.2019

Mit Archero gibt es ein Gratis-Spiel für Smartphones. Macht dieses Roguelike Spaß oder zieht es euch die Cent aus der Tasche? Lest das Review!

Über Archero

In Archero tretet ihr in eine Welt ein, in der euch so gut wie alles umbringen möchte. Ihr seid ein einsamer Bogenschütze, der die Wellen des Bösen besiegen muss. Euch werden schnelle Kämpfe für unterwegs, einzigartige Bossfights und eine ganze Menge an Upgrades versprochen. Das Game bietet zufällige Fähigkeiten im Verlauf des Spiels an, die euch bei jedem zufällig generierten Spieldurchlauf helfen sollen. Es gibt Hunderte von Karten zu erforschen und Tausende von Monstern zu besiegen.

Dieser Titel ist ein Roguelike, das bedeutet, dass ihr die Spielrunden immer und immer wieder spielen werdet. Die Grundidee der einzelnen Dungeons verändert sich nicht: Stufe 1 ist immer die grüne Prärie, Stufe 2 spielt sich immer in der Wüste ab und Welt vier ist stets eine Minenumgebung. Die einzelnen Karten jedoch, von denen ihr zwischen 10 bis 50 am Stück schaffen müsst, werden bei jedem Spieldurchlauf neu erstellt. Auch die Fähigkeiten, die ihr bekommt, werden immer neu ausgewürfelt.

Das Spielprinzip

Archero steuert sich denkbar einfach: Ein Daumen reicht am Smartphone als auch am Tablet aus. Mit einem analogen Steuerstick steuert ihr euren Avatar, und wenn ihr stehen bleibt, feuert er zielsicher auf den nächsten Gegner in der anvisierten Richtung. Je nach ausgerüsteter Waffe ist dies schneller oder stärker der Fall, und wenn ihr wegen einer Wand keinen direkten Sichtkontakt habt, müsst ihr euch bewegen. Habt ihr alle Gegner in einer Karte besiegt, dürft ihr zur nächsten weiterreisen.

Alle fünf Stages erwartet euch grundsätzlich eine Spezialkarte, dies kann aber im Verlauf des Spiels abweichen. Entweder wartet hier ein Engel auf euch, der euch die Wahl zwischen einem zufälligen Boost und teilweiser Heilung gibt, oder ein Bosskampf wird gestartet. Ab und zu kommt auch ein reisender Händler des Weges, der euch Waren im Austausch gegen eure hart verdienten Münzen feilbietet. Selten, aber doch kann auch ein Teufel auftauchen, der auf Wunsch eure maximalen Lebenspunkte vermindert, euch aber einen starken Boost verspricht.

Der Zufallsfaktor: hoch

Jeder Spieldurchlauf in Archero spielt sich daher anders. Jedes Mal, wenn ihr eine gewisse Anzahl an Münzen in einer Stage gesammelt habt, steigt ihr im Level auf und dürft eine von drei zufällig generierten Fähigkeiten in euer Repertoire aufnehmen. Manchmal müsst ihr euch zwischen sehr schwachen Optionen entscheiden, und andere Male habt ihr Traumkombinationen zur Auswahl. Wer etwa eine Waffe mit viel Angriffsgeschwindigkeit ausgerüstet hat, wird „Mehrfachschuss“ und „Querschläger“ gemeinsam lieben.

Das Bezahlelement in Archero ist eine Ingame-Währung namens Juwelen. Ihr erspielt diese gemächlich für das Erreichen von gewissen Zielen, besonders Ungeduldige dürfen aber auch Echtgeld gegen solche Juwelen eintauschen. Damit kauft ihr Lootboxen, die euch zufällig bessere Ausrüstung verschaffen. Ihr bekommt alle paar Tage Gratis-Kisten spendiert, und das reicht für das gelegentliche Spielen vollkommen aus. Doch wenn ihr durch Archero durchpowern wollt, bleibt euch nichts anderes übrig als der Griff in die Börse!

Repetitive Mechanismen, richtig umgesetzt

Habt ihr allerdings genügend Zeit für das Spielen des Titels, könnt ihr hier immer wieder getrost eine Runde zocken. Mit genügend Münzen und Level-Fortschritt dürft ihr euren Avatar nämlich verstärken. Dies geschieht nicht nur durch Erwerben neuer Ausrüstung, sondern auch durch Fusionierung von gleichen Gegenständen. Sogar der Charakter selbst kann gegen Münzen zufallsbasiert in neun Talent-Optionen verstärkt werden – diese Upgrades sind kumulativ und halten über alle Spielrunden hinweg an. Archero sorgt hier für ein gewisses Suchtpotential, ohne zu übertreiben.

Natürlich ist es fies, wenn ihr dann statt der benötigten drei Gegenstände von jeder Art immer nur zwei habt. Auch die Seltenheitswerte sind hier wichtig, so können normale Gegenstände nicht mit seltenen oder ungewöhnlichen verbunden werden und umgekehrt. Während hier alles ein wenig vom Glück und Einsatz eurer Zeit (oder Geld) abhängt, passen die Grundprinzipien von Archero voll. Das Spielen einer Runde dauert nicht allzu lange, die benötigte Energie lädt sich relativ rasch wieder auf und die einzelnen Levels machen Spaß, und das ist das Wichtigste!

Die Technik des Games

Lasst euch nicht vom bunten und comichaften Look täuschen: Archero ist im Grunde ein beinhartes Spiel. Während die ersten Levels noch locker zu schaffen sind, ist spätestens in der zweiten Welt Endstation. Ohne die richtige Kombination aus Ausrüstung, Fähigkeiten und dem berühmten Quäntchen Glück scheitert ihr gerne mehrmals an ein und derselben Stelle. Optisch macht die hohe Einstellung auf Smartphones einiges her, nur auf Tablets werden dann Unschärfen erkennbar.

Die Soundkulisse von Archero ist einerseits super gelungen, doch die sich stets wiederholenden Treffer-Effekte lahmen das Erlebnis nach einer Weile. Die Audiosamples werden dazu gebraucht, damit ihr noch vor dem Sichtkontakt mit Projektilen reagieren könnt, doch hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Die Steuerung hingegen passt perfekt: Schade, dass euer Held nur im Stehen feuert, doch das ist Teil des Spieldesigns und fordert eure taktischen Fähigkeiten und Geduld teilweise voll.

Fazit zu Archero: Macht lange Spaß

Ich hätte mir eingangs nicht viel Tiefe von diesem Titel erwartet. Er ist gratis, sieht bunt beziehungsweise nett aus und bietet ein einfaches Spielprinzip. Doch wie jeder gute Dungeon-Crawler liegt der Teufel im Detail: Es macht Laune, den eigenen Avatar gegen die immer neuen Bedrohungen aufzurüsten. Der Nervenkitzel, ob nun endlich ein passendes oder wertvolles Ausrüstungsteil als Belohnung kommt, ist vorhanden. Natürlich kann man Archero vorwerfen, zu viel vom Glück abhängig zu sein.

Wer aber einige Stunden im Game verbracht hat, weiß, dass es zwar schlechte Karten gibt, aber ihr mit der richtigen Spielweise trotzdem einiges herausholen könnt. Mit viel Geduld und der richtigen Einstellung kommt ihr auch in Archero weit, selbst, wenn die Nutzer-Reviews teilweise von Abzocke sprechen. Ja, der Schwierigkeitsgrad zieht mit Fortdauer des Spiels an, ja, es gibt oft Fähigkeiten, die euch nicht wirklich weiterhelfen. Aber genau das macht ein gutes Roguelike aus, und Archero macht mir nach wie vor Spaß.

Wertung: 8.0 Pixel

für Archero Test (iOS): Handy-Roguelike von Mandi
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Achim Grossmann
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Achim Grossmann

Hey ich habe auf Neuecheats gelesen dass es wohl Möglichkeiten gibt bei Archero an Juwelen zu kommen. Allerdings versteh ich nicht so richtig was das heißen soll. Habt ihr da Erfahrungen? Ich meine Cheats gibt es ja wahrscheinlich nicht aber eventuell taktiken wie man am schnellsten Farmen kann?
Liebe Grüße
Achim G.