Cricut StickerPix Print + Cut im Test: Stickerdruck ganz einfach

von Marion 26.10.2026

Ihr wollt eigene Sticker herstellen, wisst aber nicht, wie? Mit dem Cricut StickerPix Print + Cut gelingt das einfach und im großen Stil!

Kleine Maschine, große Sticker-Idee

Cricut erweitert sein Portfolio um ein ungewöhnlich fokussiertes Gerät: Der StickerPix Print + Cut (hier geht es zur offiziellen Website) druckt, laminiert und schneidet personalisierte Sticker in einem einzigen Arbeitsablauf. Das Essential Bundle kostet im Cricut-Shop 279,99 Euro und richtet sich damit grundsätzlich an alle, die Fotos, Etiketten, Karten und individuelle Aufkleber möglichst unkompliziert selbst herstellen möchten. Im Lieferumfang liegen neben der Maschine eine Patrone, 18 Stickerbögen und 18 Fotopapierbögen zur freien Verwendung bei.

Doch wie funktioniert das im Alltag? Auf dem Schreibtisch nimmt der StickerPix mit rund 20,4 x 28,7 x 10,4 Zentimetern erstaunlich wenig Platz ein. Mit drei Kilogramm ist er zwar kein Gerät für die Handtasche, lässt sich aber problemlos aus einem Regal holen und bei Bedarf aufstellen. Das Design in stylischem Blau wirkt freundlich und deutlich weniger bürotypisch als ein klassischer Fotodrucker. Praktisch: Die Materialablage lässt sich bei Nichtbenutzung verstauen, während während des Druckens seitlich ausreichend Freiraum für die Papierführung bleiben muss.

Auspacken, verbinden, loslegen

Die Einrichtung ist erfreulich niederschwellig. Patrone einsetzen, Cricut Design Space installieren, Maschine per Bluetooth verbinden, Papier einlegen, das war’s! Viel mehr ist für den ersten Druck nicht nötig. Insgesamt benötigt ihr für alles auch als Neuling weniger als zehn Minuten, und der Start ist dank Internet und App so gut wie selbsterklärend. Eine Internetverbindung ist allerdings erforderlich, obwohl die Kommunikation mit dem Gerät rein über Bluetooth läuft. Die eigentliche Bedienung findet fast vollständig in der Software statt, denn am Gerät selbst gibt es im Wesentlichen nur eine Taste. Design Space ist für Windows, macOS, iOS und Android verfügbar und bietet Vorlagen für Sticker, Etiketten, Karten und Fotos. Eigene Bilder lassen sich ebenso importieren wie Grafiken und Logos. Wer sich kreativ austoben möchte, findet außerdem eine große Bibliothek, ein Teil der Inhalte und Funktionen ist jedoch an das kostenpflichtige Cricut Access-Abonnement gekoppelt.

Gerade Neulinge profitieren von der klaren Ausrichtung der Software. Statt zunächst Schnittlinien, Materialprofile und komplizierte Druckparameter verstehen zu müssen, wählt ihr eine Vorlage, fügt ein Motiv ein und passt Größe oder Anordnung an. Design Space kann Sticker auf einem Bogen automatisch platzieren und hilft dabei, die verfügbare Fläche möglichst effizient auszunutzen. Das nimmt dem kreativen Prozess zwar etwas Handarbeit ab, macht den Einstieg aber angenehm unkompliziert. Auf Wunsch könnt ihr auch selbst tätig werden! Cricut bewirbt zusätzlich One-Click-Transformationen und KI-gestützte Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Funktionen können aus Fotos oder vorhandenen Motiven schnell neue Varianten erzeugen, sind aber nicht zwingend erforderlich. Wer lieber mit eigenen Dateien arbeitet, kann das Gerät auch ohne das Abo sinnvoll nutzen. Das ist wichtig, denn die laufenden Kosten werden ohnehin durch die speziellen Verbrauchsmaterialien bestimmt.

Qualität und Druck

Technisch setzt der StickerPix auf Thermosublimationsdruck. Das Papier läuft mehrfach durch das Gerät, während die einzelnen Farbschichten nacheinander aufgebracht werden. Dieser Vorgang ist gut sichtbar und wirkt fast ein wenig wie eine kleine Druckshow: Das Motiv baut sich Schritt für Schritt auf, bevor es zur Schneideeinheit weiterwandert. Die Drucke erreichen laut Hersteller eine Auflösung von 300 DPI und sollen wasserabweisend, kratzfest und farbecht sein. In unseren zig Praxistests überzeugten die Sticker mit kräftigen Farben und hoher Detailtreue, sofern das Ausgangsmaterial ausreichend hochauflösend war. Schwache oder stark komprimierte Bilder kann auch die beste Software nur begrenzt retten. Für Logos, eigene Illustrationen und aktuelle Smartphone-Fotos ist die Qualität jedoch mehr als überzeugend.

Der entscheidende Unterschied zum günstigeren StickerPix Print steckt im Schneidwerkzeug. Beim Print + Cut wird nicht nur gedruckt, sondern das Motiv anschließend entlang seiner individuellen Kontur ausgeschnitten. Cricut verwendet dabei einen sogenannten Kiss-Cut: Die obere Stickerschicht wird durchtrennt, die Trägerfolie bleibt intakt. Dadurch erhält man einen Bogen mit sauber herauslösbaren Stickern, statt zahlreicher loser Einzelteile. Im Test zeigte sich die Schneideeinheit als Stärke des Geräts. Es schafft präzise Konturen selbst bei komplizierten Formen, und der gesamte Druck- und Schneidevorgang dauert nur wenige Minuten pro Bogen. Je nach Motiv und Arbeitsablauf kann es auch länger dauern, Details und sehr filigrane Motive verlangen trotzdem eine passende Größe und etwas Sorgfalt bei der Gestaltung.

Fotodruck und Materialien

Der StickerPix ist nicht ausschließlich eine Sticker-Maschine. Mit dem beiliegenden glänzenden Fotopapier lassen sich klassische 10×15 cm-Abzüge und einfache Fotokarten erstellen. Die Drucke wirken laut den vorliegenden Tests scharf und farbenfroh, wodurch sich das Gerät auch für Einladungen, kleine Geschenke oder persönliche Erinnerungen eignet. Beim Materialwechsel ist allerdings Aufmerksamkeit gefragt. Stickerbögen und Fotopapier besitzen unterschiedliche Formate, weshalb die Papierführung jeweils angepasst werden muss. Wer diesen Schritt übersieht, riskiert einen fehlerhaften Druck oder eine falsch zugeschnittene Seite. Das ist kein gravierendes Problem, zeigt aber, dass der StickerPix trotz seiner einfachen Bedienung kein Sofortbildgerät ohne auch nur der Möglichkeit zum Fehler ist.

So unkompliziert das System arbeitet, so stark bindet es seine Besitzer an Cricut. Der StickerPix Print + Cut funktioniert ausschließlich mit den dafür vorgesehenen StickerPix-Materialien und Patronen. Handelsübliche Stickerfolien oder beliebiges Fotopapier lassen sich nicht verwenden. Cricut koppelt eine Patrone jeweils an eine bestimmte Anzahl von Bögen, sodass Tinte und Material ungefähr gemeinsam aufgebraucht werden. Das Essential Bundle enthält 18 Stickerbögen und 18 Fotopapierbögen sowie eine Patrone mit 36 Druckvorgängen. Für den Einstieg ist das ausreichend, für regelmäßige Nutzung aber schnell verbraucht. So kostet ein Ersatzpaket rund 25,- Euro, das kommt auf 70 Cent pro Stickerbogen inklusive Tinte. Damit ist der StickerPix äußerst komfortabel, aber nicht unbedingt die günstigste Lösung für große Mengen.

Das spricht für den StickerPix

Der Preisvorteil gegenüber einem größeren Cricut Maker- oder Explore-System ist ein Argument für den StickerPix. Wer ausschließlich Sticker, Etiketten und gelegentliche Fotodrucke erstellen möchte, benötigt keinen ausgewachsenen Schneideplotter mit zahlreichen Werkzeugen. Das Gerät ist kleiner, schneller zugänglich und deutlich weniger einschüchternd. Es stellt eine Art Einstieg in die Cricut-Welt dar, ohne gleich in ein umfangreiches Bastelsystem investieren zu müssen. Gleichzeitig ist die Spezialisierung auch die zentrale Einschränkung. Der StickerPix kann keine großen Vinylflächen schneiden, keine komplexen Materialien bearbeiten und keine vielseitige Produktionsmaschine ersetzen. Wer bereits weiß, dass künftig auch T-Shirts, Karten, Folien oder andere Bastelmaterialien verarbeitet werden sollen, fährt mit einem klassischen Cricut-Gerät wahrscheinlich flexibler. Der Print + Cut lohnt sich vor allem dann, wenn individuelle Sticker tatsächlich der Hauptanwendungsfall sind.

Im Alltag entstehen zahlreiche sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Kinder lieben Sticker als Geschenke, Fotos können in persönliche Sticker verwandelt werden, kleine Einzelunternehmen können damit Etiketten oder Logoaufkleber erstellen, und für Feiern entstehen individuelle Namensschilder, personalisierte Anhänger oder Einladungen. Durch den schnellen und unkomplizierten Ablauf eignet sich das Gerät auch für kreative Workshops oder kleine Veranstaltungen, bei denen Motive direkt vor Ort produziert werden sollen. Auf glatten Oberflächen haften die Sticker zuverlässig. Allerdings haben wir hier mit Stickern zu tun und deshalb ist darauf hinzuweisen, dass strukturierte Untergründe mehr Sorgfalt beim Andrücken verlangen können und sich die Aufkleber nicht immer rückstandsfrei ablösen lassen. Für Trinkflaschen, Notizbücher, Verpackungen oder glatte Boxen sind sie gut geeignet, für empfindliche Wände oder Möbel sollte man vorher testen, wie stark der Klebstoff dann tatsächlich haftet.

Die Technik

Bei diesem Produkt sind im Lieferumfang die Maschine, Tintenpatrone und je nach gewähltem Bundle auch Materialien enthalten. Es stellt individuell geschnittene Sticker, individuell geschnittene Etiketten, Fotodrucke, Fotokarten und Einladungen her. Die Druckauflösung beträgt 300 DPI und als Drucktechnologie wird Thermosublimation verwendet. Während die Verbindung zum Gerät via Bluetooth erfolgt, ist eine Anbindung ans Internet erforderlich. Mit der Design Space-App für iOS, Android, macOS und Windows könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen, das optionale Cricut Access-Abo hilft euch dabei.

Als Materialien gibt der Hersteller die Cricut StickerPix Print + Cut Stickerbögen sowie das Cricut StickerPix Print + Cut Fotopapier an, die mit Oberflächenschnitt bearbeitet werden. Die Druckgrößen betragen beim Fotopapier 10,2 x 15 cm (4 x 6 Zoll) und bei den Stickerbögen 10,2 x 17,8 cm (4 x 7 Zoll). Die Materialien sind wasserabweisend, und die Drucke kratzfest und farbecht. Cricut rechnet mit 36 Drucken pro Patrone (eine All-in-One-Kartusche), weswegen die Bundles dann auch schon mal eine zweite Patrone enthalten haben können. Die Abmessungen der Maschine betragen 20,3 x 28,7 x 10,4 cm bei 3 kg Eigengewicht.

Stickern macht einfach Spaß!

Der Cricut StickerPix Print + Cut macht genau das, was er verspricht, und zwar erstaunlich zugänglich. Die Einrichtung geht schnell, Design Space nimmt vor allem den Neulingen viel Arbeit ab, die Drucke sind farbstark und die Kiss-Cut-Schnitte präzise. Wenn ihr fortgeschrittenere Werke oder einfach mehr Sticker auf einen Bogen passen wollt, ist das genauso möglich. Ein bisschen Zeit müsst ihr investieren, aber das ist auch schon alles. Besonders der nahtlose Ablauf aus Drucken, Laminieren und Ausschneiden hebt ihn von einfachen Fotodruckern und manuellen Stickerlösungen ab.

Seine Schattenseiten sind die begrenzte Materialauswahl, die laufenden Kosten und der klar umrissene Funktionsumfang. Für gelegentliche Stickerfans ist der Preis von 279,99 Euro im Essential Bundle dennoch schwerer zu rechtfertigen als für Menschen, die regelmäßig eigene Motive, Etiketten oder kleine Serien produzieren. Wer genau diese Anwendung sucht, bekommt mit dem StickerPix Print + Cut ein kompaktes, sehr benutzerfreundliches Kreativgerät. Wer dagegen eine vielseitige Schneidemaschine erwartet, sollte lieber zu einem größeren und potenteren Cricut-Modell greifen.

Wertung: 9.0 Pixel

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