Herr der Ringe in Concert in der Stadthalle Wien: Ein fast perfektes Erlebnis

von Marianne Kräuter 25.04.2017

Letzten Samstag, den 22.4.2017, pilgerten tausende Tolkien-Fans in die Wiener Stadthalle, um sich den ersten Teil der Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson von Livemusik untermalt anzusehen. Wir wollten uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und waren ebenfalls vor Ort.

„… in Concert“ huldigt der Filmmusik

Herr der Ringe in Concert zeigt Die Gefährten im Originalton mit deutschen Untertiteln auf Leinwand, löst jedoch die Musik von der Tonspur des Films und lässt diese von einem großen Orchester auf der Bühne live mitspielen. Durch diese Trennung ist es möglich, einzelne Elemente des Films bewusster wahrzunehmen. Mal konzentriert man sich stärker auf das Bild, mal lauscht man eindringlich den Klängen des Orchesters und beobachtet die MusikerInnen bei ihrem faszinierenden Spiel.

Herr der Ringe in Concert ist nicht das erste Event mit dieser Idee, auch Harry Potter in Concert fand bereits seinen Weg in die Wiener Stadthalle  und ob des großen Erfolgs dieser Veranstaltungen werden weitere auf diese Art aufbereitete Filme wohl folgen.

Die Musik von Howard Shore im Mittelpunkt

Herr der Ringe in Concert macht deutlich, welch grandiosen Soundtrack Howard Shore mit seiner Filmmusik zu Die Gefährten schuf. Auch wenn ich den Film bereits zig Mal gesehen habe, sorgten einige Momente durch die Livemusik wieder seit langem für Gänsehaut. Besonders jene Stellen entfalten hier ihre Wirkung, in denen die umittelbare Gewalt der Musik alles übertrifft, was Boxen aus einer aufgenommenen Tonspur herausholen können. So zum Beispiel wenn das Schlagzeug in den Szenen um Isengard seine Wucht entfaltet, der mehr als hundertköpfige Chor beim Auftauchen der Nazgul seine Stimme erhebt oder die Sopranistin in Bruchtal engelsgleiche Melodiefolgen von sich gibt.

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Das Radiosymphonieorchester Pilsen und der Chor der Karls-Universität Prag wurden bis zum Schluss des Abspanns präzise und mit viel Gefühl von David Reitz dirigiert. Meine Hochachtung den MusikerInnen, die diese vierstündige Meisterleistung vollbrachten! Die Sopranistin Kaitlyn Lusk, die neben einigen solistischen Stellen unter dem Film vor allem im ersten Lied des Abspanns, „May It Be“, ihren Moment hatte, überzeugte durch ihre angenehm klare und tragende Stimme. Bei der Szene von Lothlorien schleppte ihr Gesang etwas hinter dem des Frauenchors, doch die Aufstellung des Orchesters lässt stark vermuten, dass sich Lusk schwer tat, die KollegInnen zu hören, sowie umgekehrt. Hier hätten sich zusätzliche Monitorboxen oder eine andere Aufstellung bezahlt gemacht.

Die einzige nicht zufriedenstellende Stelle war der Solopart des philharmonischen Kinderchors Prag während des Abspanns. Der kleine Solist artikulierte die englischen Wörter schlampig und versang sich mehrmals hörbar. Schade, denn so erhielt der bis dahin beinahe perfekte Abend zum Abschluss noch einen Wermutstropfen.

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Das war echt ein cooles Spektakel! Und guter Bericht! Mein Lieblingsmoment wohl als Boromir im Film das aus unzähligen Memes bekannte „One does not simply walk into Mordor“ von sich gab und der ganze Saal gekichert hat. 😉