Pimp my Keys – Ein kleiner Guide zur Keyboard Customization
Keyboard Customization ist ein kleines Rabbit-Hole, in das mich mein Test der HyperX Origins 2 1800 geworfen hat. Folgt mir also in den Kaninchenbau der Tastatur-Personalisierung.
Fullsize-Handballenauflage mit Kühlgel von HyperX – Foto Copyright by BeyondPixels
Keyboard Customization -was?
Wenn ihr euch jetzt fragt, wovon bei Keyboard-Customization die Rede ist oder denkt, das Thema sei bei personalisierter RGB-Beleuchtung und -Synchronisierung, wie es auch die NGENUITY-App von HyperX ermöglicht, oder dem Hinzufügen einer Handballenauflage mit Kühlgel abgeschlossen, irrt ihr – und zwar gewaltig. Ihr seid noch nicht einmal mit dem Fingernagel an der Oberfläche der Möglichkeiten von Keyboard Customization sachte angestoßen. Fangen wir mal bei den Basics an.
So kann bspw. eine Custom-Tastatur aussehen – Copyright by Aulakeyboard.com – Bildquelle: https://aulakeyboard.com/wp-content/uploads/2025/08/23def2c1f6dda41f77a273b54c678dc7-1536×1152.jpg
Es kommt manchmal definitiv auf die Größe an!
Bevor ihr überhaupt einmal schaut, wie ihr gerne in die Tasten haut, ist erst einmal die Frage zu klären, worauf und zweitens, wie ihr in die Tasten haut.
Da wäre einerseits die Größe eurer Wunsch-Tastatur. Wollt ihr euren kostbaren Schreibtischplatz mit einem riesigen Fullsize-Keyboard vollparken oder spart ihr euch den Platz lieber auf. Dann habt ihr auch hier mehrere Optionen.
Mit dem 1800er Formfaktor hab ich alle Vorteile einer Fullsize-Tastatur spare aber trotzdem 15% Platz auf meinem Desktop – Foto-Copyright by BeyondPixels
1800-, 75%- oder 65%-Keyboard?
Eine 1800er Tastatur enthält, so wie bspw. die von mir getestete HyperX Origins 2, die meisten Navigations-Keys (Pfeiltasten, Bild auf und ab, etc.), sowie einen NUM-Block, pfeift aber dafür auf Abstände zwischen Buchstabenblock und Zusatztasten. Somit eignet sich diese Tastatur für Menschen, die auf fast nichts verzichten wollen, aber zusätzlich auch gerne einen kompakteren Formfaktor auf ihrem Desk stehen haben wollen.
Eine 75%-Tastatur schickt den NUM-Block in die ewigen Jagdgründe und ist somit nichts für Buchhalter*innen und bei einer 65% Tastatur gibts nur den Alphanumerischen Teil, also Buchstaben und die obere Zahlenleiste.
Habt ihr euch für einen Formfaktor entschieden, könnt ihr noch überlegen, ob ihr gern ein amerikanisches ANSI (Ohne Umlaute) oder ein deutsches ISO-Layout bevorzugt. Dann kauft ihr euch entweder eine DIY-Platine, auf der ihr eure Tasten anbringt oder ihr nehmt als Grundlage für euer Modding eine fix und fertige, aber anpassbares Keyboard, wie beispielsweise die Origins 2.
The Switcher
Habt ihr euch für einen Formfaktor entschieden, müsst ihr noch schauen, wie sich eure Finger beim Tippen am wohlsten fühlen. Es gibt nämlich unterschiedliche Schalter, die für gewöhnlich als Switches bezeichnet werden und sie sind auch der Grund, warum mechanische Keyboards als solche bezeichnet werden. Handelsübliche Tastaturen haben nämlich keine mechanischen Switches, sondern eine Membran, die unter den Tasten liegt. Bei Mechanischen sind in den Switches eben Federn verbaut und entsprechend erfolgt die Eingabe durch eine Mechanik
Ein Vorteil liegt trotz des höheren Preispunktes mechanischer Keyboards auf der Hand: Geht eine einzige “Taste” auf der Membran einer „Normalen“ kaputt, könnt ihr eigentlich die gesamte Tastatur kübeln. Geht ein Switch kaputt, tauscht ihr diesen einfach aus und fertig. Besonders einfach geht das mit sogenannten Hot Swap Boards, von denen auch die HyperX Origins 2 eine ist. Das bedeutet, dass ihr selbst im laufenden Betrieb einfach den Switch ohne Löten aus der Tastatur zieht und gegen einen neuen wechselt.
Im laufenden Betrieb einfach Switches tauschen? Dank Hot Swap kein Problem – Foto-Copyright by BeyondPixels
Ab wann bist du getriggert?
Für mechanische Tastaturen gibt es außerdem mehrere Arten von Switches. In der Origins 2 sind standardmäßig Lineare verbaut. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ihr keine Druckschwelle überschreiten müsst, damit ein Trigger registriert wird. Das Gegenstück hierzu bilden die sogenannten Klickswitches. Bei denen müsst ihr einen festen Druckpunkt überschreiten und erst dann wird die Eingabe erkannt. Sie liefern somit den größtmöglichen Gegendruck.
Ein Kompromiss sind die sogenannten Taktilen Schalter, bei denen ein leichter Widerstand überschritten werden muss, ab dem ausgelöst wird, aber ab dann verhalten sie sich ähnlich wie die linearen. Welche ihr bevorzugt, nun: da hilft nur Probieren. Ich persönlich werde wohl die Switches meiner HyperX Origins 2 gegen taktile tauschen, denn Widerstandslosigkeit liegt mir generell nicht.
Ein taktiler Keyboard Switch von HyperX – Bild Copyright by HyperX.com
Vielfalt und Diversität für alle
Den Unterbau und die Switches habt ihr, nun gehts an die Toppings. Und hier wirds wirklich wild. Nicht nur findet ihr bei diversen Onlinehändler*innen eine Vielzahl verschiedenst designter und gefärbter Keycaps – also die eigentlichen Tasten – wo ihr aus unterschiedlichsten Werkstoffen von unterschiedlichen Plastikarten über Metall oder gar Holz, nein.
Seid ihr stolze*r Besitzer*in eines 3D-Druckers, hat das Internet viele Pages mit diversesten Tasten-Designs oder gar Figuren, Gegenständen oder sonstigem Schmafu, der auf einzelnen Keys Platz findet, dass ihr es euch kaum vorstellen könnt.
Ein Knopf in Form eines Minecraft-TNT-Blocks? Geschenkt! Ein Escape Key, auf dem ein Pokémon hockt? Nichts leichter als das! Ihr wolltet immer schon einmal einen Any-Key anstatt des Tabulators? Step right up! Ich könnte hier noch endlos so weitermachen, aber ich glaube ihr versteht, was ich sagen will.
Der Ton macht die Tastatur
Habt ihr dann wirklich alles an Hardware ausgewählt und euren Wünschen angepasst, ist zu guter Letzt noch die Frage, welchen Klang eure Tastatur haben soll. Wenn ihr euch jetzt fragt, was ich bitte eingeschmissen habe, urteilt nicht zu hart mit mir. Diese Frage ist tatsächlich eine anerkannte, sehr wichtige und heiß umstrittene im Reich der Keyboard-Customization. Viele Keycaps haben nämlich einen sogenannten O-Ring Mount. Darauf könnt ihr kleine Gummi- oder Silikonringe anbringen, die den Schall, den die Tastatur beim Tippen abgibt dämpfen oder gar ganz beseitigen kann, sollte euch das andauernde Klickgeräusch, das eine mechanische Tastatur eben mit sich bringt auf die Nerven gehen.
Nun: habe ich euch zu viel versprochen, als ich eingangs vom Kaninchenbau der Keyboard-Customization sprach? Ich denke nicht. Zudem habe ich auch hier nur einen groben Überblick geliefert. Die Software-Seite dieses Metiers habe ich ja noch nicht einmal angesprochen. Werde ich aber auch nicht mehr, denn ich muss noch ein paar Gummis unter meine Keycaps klemmen. Vom Tippen dieses Berichts auf der bisher gänzlich ungedämpften Tastatur klackerts nun doch ein bisschen in meinem Gehörgang.