Xiaomi Watch 5 im Praxistest – Sportlich unterwegs

von Michael Neidhart 28.04.2026

Nach rund einem Monat im täglichen Einsatz hat sich die Xiaomi Watch 5 als eines der wenigen Wearables herausgestellt, das ich tatsächlich gerne trage. Gerade bei Smartwatches hatte ich bisher oft das Gefühl, sie wegen einzelner Funktionen zu nutzen. Nicht aber, weil sie sich wirklich gut in den Alltag integrieren lassen. Hier ist das anders.

Optisch wirkt die Uhr deutlich erwachsener als frühere Modelle. Das Edelstahlgehäuse in Kombination mit Saphirglas auf Vorder- und Rückseite sorgt nicht nur für eine hochwertige Haptik, sondern dürfte auch langfristig einiges aushalten. Xiaomi spricht hier selbst von einer sehr hohen Kratzfestigkeit, was ich im Alltag gut nachvollziehen kann. Nach mehreren Wochen sind bei mir bis auf einen sehr leinen Kratzer am unteren Rand noch keine sichtbaren Spuren entstanden.

Xiaomi Watch 5

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Display und Band

Das Display ist mit 1,54 Zoll ausreichend groß und vor allem hell. Mit bis zu 1500 nits ist es auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar, was mir gerade beim Laufen positiv aufgefallen ist. Die Auflösung von 480×480 Pixeln sorgt zusätzlich dafür, dass Inhalte scharf dargestellt werden. Im Vergleich zur Watch S4 (41 mm) wirkt die Watch 5 insgesamt robuster und stärker auf sportliche Nutzung ausgelegt, ohne dabei wie ein reines Fitnessgerät auszusehen. Genau dieser Mittelweg macht sie im Alltag angenehm tragbar, sowohl beim Sport als auch im Büro. Getestet habe ich die Uhr beim Tennis, beim Laufen und im Fitnessstudio. Dabei zeigt sich recht schnell, dass sie für genau solche Einsätze gemacht ist. Das Band sitzt auch bei intensiveren Einheiten angenehm am Arm, verrutscht nicht und sorgt über längere Zeit für keinen Druck. Erst bei viel Schweiß und längerer Belastung kam es bei mir zu einer leichten Reibestelle am oberen Handgelenk, nichts Dramatisches, aber spürbar.

Die Bedienung ist insgesamt sehr intuitiv. Xiaomi setzt hier auf eine Kombination aus Touch, Tasten und jetzt auch Gestensteuerung. Letztere basiert auf einem EMG-Sensor, der Muskelbewegungen erkennt und bestimmte Aktionen auslösen kann. In der Praxis funktioniert das grundsätzlich ganz gut, wirkt aber noch eher wie ein zusätzliches Feature als ein echter Ersatz für klassische Eingaben. Technisch ist die Uhr durchaus interessant aufgebaut. Der chinesische Hersteller setzt auf eine Dual-Chip-Architektur mit einem Snapdragon W5 Gen 1 für leistungsintensive Aufgaben und einem zusätzlichen stromsparenden Co-Prozessor. Das soll für eine bessere Balance zwischen Performance und Akkulaufzeit sorgen, etwas, das im Alltag spürbar ist, selbst wenn die Oberfläche gelegentlich minimal verzögert reagiert.
Die Trainingsaufzeichnung funktioniert zuverlässig. Die Uhr unterstützt eine Vielzahl an Sportmodi und nutzt ein Dual-Band-GPS (L1+L5), das gerade beim Laufen für recht stabile Streckenaufzeichnungen sorgt.

Xiaomi Watch 5

Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten trackt die Watch 5 recht genau. Vor allem die Pulsmessung läuft dabei stabil und unauffällig im Hintergrund. Funktionen wie Blutsauerstoffmessung oder allgemeine Gesundheitsanalysen sind ebenfalls vorhanden, reagieren aber sensibel auf die richtige Position am Handgelenk. Xiaomi setzt hier auf ein System aus mehreren LEDs und Sensoren, um möglichst viele Daten gleichzeitig zu erfassen. 
Im Alltag bedeutet das: funktioniert gut, solange die Uhr richtig sitzt. Wenn die Uhr aber nach mehrmaliger Korrektur der Position immer noch anzeigt, dass sie nicht richtig sitzt, kann das mühsam werden.

Was mir positiv aufgefallen ist: Die Uhr drängt sich nicht in den Vordergrund. Benachrichtigungen kommen zuverlässig durch, ohne überladen zu wirken. Die Integration mit Android und iOS funktioniert problemlos, das ist nicht bei allen Geräten immer selbstverständlich. Ein klarer Pluspunkt ist der Akku. Xiaomi verbaut hier einen vergleichsweise großen 930-mAh-Akku, der laut Hersteller bis zu sechs Tage im normalen Betrieb durchhalten soll. 
Das deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen: Knapp eine Woche bei intensiver Nutzung ist realistisch, je nachdem wie viel man tracken möchte, kann es aber auch weniger sein.

Fazit zur Watch 5

Unterm Strich wirkt die Xiaomi Watch 5 wie ein durchdachtes Gesamtpaket mit klarem Fokus auf Alltag und Sport. Sie versucht nicht, in jedem Bereich die beste zu sein, sondern möglichst viele Dinge gut genug zu machen. Genau das funktioniert überraschend gut.
Für mich ist sie damit eine der wenigen Smartwatches, die ich nicht nach kurzer Zeit wieder ablege. Und allein das sagt vermutlich mehr aus als jede technische Spezifikation

Wertung: 9 Pixel

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