Honor Magic V6 im Test: Den Mitbewerb mal eben zusammenfalten

Es gibt Smartphones, bei denen man nach zwei Wochen Testzeit ziemlich genau weiß, was man davon hält. Und dann gibt es Geräte wie das Honor Magic V6, die einem auch nach einem Monat noch gelegentlich ein „Moment, das ist jetzt wirklich in diesem dünnen Ding drin?“ entlocken. Was genau sagt euch mein Test.

Foldables waren lange Zeit die Smartphone-Kategorie für Menschen, die unbedingt ein Tablet wollten, aber partout kein Tablet mit sich herumtragen wollten. Dafür bekam man ein dickes, schweres Gerät mit einem Akku, der ungefähr so viel Ausdauer hatte wie ein ich bei meinem ersten Gym-Besuch nach mehrjähriger Pause, also gegen null gehend.

Das Magic V6 dreht dieses Prinzip ziemlich konsequent um.Es ist absurd dünn, für ein Foldable überraschend leicht, steckt voller aktueller Hardware, besitzt zwei hervorragende OLED-Displays und bringt einen Silizium-Karbon-Akku mit, bei dem so manches Konkurrenz-Foldable vermutlich heimlich unterm Bett weinen geht.

Das Design des Honor Magic V6 oder Red Velvet Heroin Chic

Beginnen wir mit dem vermutlich auffälligsten Merkmal des Honor Magic V6: einer extrem schlanken Bauweise bei der Bundeskanzler a.D. Sebastian Kurz sicher mehrfach nachfragen würde, ob‘s schon was g‘essen hat, ja? Ja?

Honor Magic V6: Aufgeklappt nur 4,4mm dick

 

Das Gerät ist zusammengeklappt gerade einmal rund 8,75 Millimeter dünn und bringt je nach Variante etwa 219 Gramm auf die Waage. Damit faltet Honor nicht nur das Magic V6, sondern den Mitbewerb gleich mit zusammen.

Natürlich muss man beim Blick auf die Dicke den Kamerabuckel gedanklich abziehen, denn irgendwo müssen die tollen Kameras mit ihren Objektiven ja schließlich hin. Doch erstaunlicherweise ist dieser Buckel bei der einhändigen Bedienung tatsächlich mehr hilfreich denn störend.

Das Design ist etwas weniger stark abgerundet als beispielsweise beim Honor Magic 8 Pro, das derzeit mein Alltagssmartphone ist. Dadurch liegt das V6 für mein Empfinden angenehm in der Hand, ohne dabei kantig oder unangenehm zu wirken. Im Alltag ist das durchaus relevant, hält man sein Smartphone für gewöhnlich nahezu permanent in der Hand.

Apropos ‚in der Hand halten‘ – da wäre nämlich noch ein persönliches Highlight bei der von mir getesteten roten Variante, auf die man bei einer Entscheidung für das Schwarze, Goldene oder Weisse Magic V6 verzichten muss:

Honor verwendet sowohl beim Magic V6 selbst, als auch dem beigelegten Backcover mit eingebautem Kickstand eine Textur, auf der Rückseite, die sich irgendwo zwischen Veloursleder und Samt bewegt. Das ist schwer zu beschreiben, aber gerade deshalb spannend. Sie fühlt sich anders an als so ziemlich alles, was ich in den vergangenen Jahren bei Smartphones in der Hand hatte und dies war für mich tatsächlich eines der Highlights der Testphase, so seltsam das auch klingen mag.

Meine Partner*innen waren dagegen weniger begeistert. Das Material empfanden beide als irgendwie strange und teilweise sogar unangenehm. Allerdings muss ich fairerweise dazusagen, dass die beiden hinsichtlich Sensorik ausgesprochen picky sind.

Man könnte also sagen: Die rote Textur polarisiert also. Ich würde sagen: Sie hat Persönlichkeit.

Flashbang-Foldable

Bei den Displays hat Honor ebenfalls ordentlich aufgefahren.

Das äußere OLED misst 6,52 Zoll und löst mit 2420 x 1080 Pixeln auf. Der Mitbewerb bietet bei einzelnen Flaggschiff-Foldables teilweise etwas höhere Auflösungen, aber seien wir ehrlich: Für Videos in der Bim, Social Media, zum Surfen und den normalen Smartphone-Alltag reicht diese Auflösung mehr als locker aus.

Viel interessanter ist die Helligkeit. Und damit meine ich: wirklich viel Helligkeit.

Honor gibt für das äußere Panel bis zu 6000 Nits Spitzenhelligkeit bei HDR-Inhalten an. Das innere 7,95-Zoll-Panel kommt auf bis zu 5000 Nits. In unabhängigen Messungen werden diese Werte naturgemäß nicht unter allen Bedingungen erreicht, die Panels gehören aber trotzdem zu den hellsten ihrer Klasse. Für mich persönlich ist das beinahe schon ein bisschen zu viel des Guten.

Ich gehöre nämlich zur Fraktion „Display bitte dunkler“. Während andere Menschen nachts mit ihrem Smartphone offenbar die Raumbeleuchtung ersetzen möchten, stelle ich meine Displays lieber möglichst weit herunter.

Das Magic V6 liefert mir quasi den Las Vegas Strip in die Hand, obwohl mein Bedürfnis mit ner Helligkeit, die es vermag, draußen bei Tageslicht den Bildschirm noch lesbar darzustellen, gedeckt gewesen wäre.

Gut ist allerdings, dass sich die Displays auch sehr weit herunterregeln lassen und Honor mit 4320-Hz-PWM-Dimming zudem stark auf Augenkomfort setzt.

Noch wichtiger: Die Bildqualität stimmt. Das äußere Display unterstützt Dolby Vision und HDR10. Bei entsprechendem Streaming-Material bekommt man dadurch sehr lebhafte Farben und satte Kontraste geliefert, wenn ihr den lebhaften Farbmodus wählt. Im Standardmodus geht es etwas zurückhaltender zu, wobei die Darstellung auch hier hervorragend bleibt.

Für Menschen, die mit Bild- oder Videomaterial arbeiten, ist insbesondere der professionelle Farbmodus interessant. Hier steht weniger „Wow, schaut euch diese Farben an!“ und mehr „Zeigt mir bitte das Material so, wie es gedacht war“ im Vordergrund.

Für Grafiker*innen, Fotograf*innen und Videomenschen ist das entsprechend attraktiver als ein Farbprofil, das jedes Rot aussehen lässt, als hätte es gerade eine Karriere als Warnsignal begonnen.

Nanocrystal Shield: Mein Boden hat es getestet

Besonders gespannt war ich auf die Widerstandsfähigkeit des äußeren Displays.

Honor hat seine Nanocrystal-Shield-Technologie nochmals weiterentwickelt und verspricht dadurch eine deutlich höhere Kratz- und Stoßfestigkeit. Das Unternehmen kombiniert diese Technologie mit einer Antireflexionsbeschichtung, die gleichzeitig die Ablesbarkeit verbessern soll.

 

Und jetzt kommt der Teil des Tests, den ich so nicht geplant hatte. Zweimal ist mir das Magic V6 während meiner rund einmonatigen Testphase aus der Hand gerutscht. Beide Male ging es aus ungefähr einem bis eineinviertel Metern Richtung Fußboden.

Beide Male erwartete ich beim Aufheben zumindest eine unschöne Überraschung. Nichts. Keine sichtbaren Schäden. Auch kleine Kratzer konnte ich nicht feststellen.

Auch als das Smartphone in meiner Hosentasche durchaus öfter Bekanntschaft mit meinem Schlüsselbund und dem üblichen Partikel-Mix einer Hosentasche machen durfte. Wer schon einmal eine Hosentasche ausgeräumt hat, weiß: Dort findet sich gelegentlich ein eigenes Ökosystem.

Die Displays des Magic V6 blieb davon jedenfalls beeindruckend unbeeindruckt. Das ist natürlich kein Freibrief, Honors Flaggschiff-Foldable künftig als Wurfgeschoss einzusetzen. Ein Sturz bleibt ein Sturz und Glas bleibt Glas. Aber nach meiner persönlichen Erfahrung macht das äußere Display einen ausgesprochen robusten Eindruck.

Auf die Falz gehen

Beim Öffnen kommt das große 7,95-Zoll-OLED zum Vorschein. Die Auflösung liegt bei 2352 x 2172 Pixeln. Auch hier ist das Panel mit adaptiven 1 bis 120 Hz unterwegs und unterstützt HDR-Standards sowie Dolby Vision.

Es ist damit etwas kleiner als manche aktuellen Konkurrenzmodelle. Aber ehrlich gesagt ist das mMn egal. Das Entscheidende bei einem Foldable ist ohnehin weniger die reine Diagonale als das zusätzliche Platzangebot. Webseiten lesen, Dokumente bearbeiten, Fotos betrachten, Tabellen ordentlich bearbeiten können oder bis zu drei Anwendungen nebeneinander verwenden – genau hier beginnt der Mehrwert.

Und die Falz?Ja, sie ist da. Wenn man das Display aus einem schrägen Winkel betrachtet, ist sie eindeutig erkennbar. Auch mit dem Finger kann man sie natürlich erfühlen. Aber im normalen Gebrauch, also bei Frontalansicht vergisst man sie erstaunlich schnell.

Das ist für mich einer der größten Fortschritte dieser Geräteklasse. Ich habe beim normalen Arbeiten, Streamen und Lesen irgendwann schlicht nicht mehr darüber nachgedacht. Noch wichtiger finde ich allerdings die Entspiegelung.

Hier hat Honor wirklich gute Arbeit geleistet. Die geringe Reflexion sorgt dafür, dass das Display auch unter schwierigen Lichtbedingungen angenehm lesbar bleibt. Das klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Ein Foldable mit großem Innendisplay, das bei Tageslicht aussieht wie ein Spiegel mit wäre ungefähr so sinnvoll wie ein Cabrio mit eingebautem Regenschirm.

Wenn Honor Ehre gebührt, dann beim Akku

Kommen wir zu meinem zweiten großen Highlight – der Akku. Honor packt einen 6660-mAh-Silizium-Karbon-Akku ins Magic V6. Mit einem Siliziumanteil von rund 25 Prozent und einer Energiedichte von bis zu 921 Wh/L erreicht HONOR eine Kapazität, die für ein derart dünnes Foldable außergewöhnlich ist.

Und hier muss man Honor wirklich Respekt zollen. Foldables haben aufgrund ihrer Bauweise ein Problem: Zwei Gehäusehälften, Scharnier, flexible Displays und möglichst wenig Dicke sind keine besonders gute Ausgangslage für einen riesigen Akku. Honor hat dieses Problem mit einem Silizium-Karbon-Akku, der gerade mal so dick wie eine Spielkarte ist spielend leicht gelöst.

Gemischte Nutzung aus Telefonie, Messaging, Navigation beim Wandern, Schnappschüssen, Streaming, Arbeit und regelmäßigem Einsatz des großen Displays bringt das Gerät kaum ins Schwitzen.

Bei moderaterer Nutzung ist auch deutlich mehr drin. Unabhängige Tests attestieren dem Honor Magic V6 entsprechend eine Laufzeit, teilweise bis hin zu knapp zwei Tagen bei gemischter Nutzung und die kann ich auch tatsächlich bestätigen.

Damit die riesige Kapazität auch wieder möglichst schnell vollgemacht werden kann, kommen 80 Watt kabelgebundenes und 66 Watt kabelloses Laden zum Tragen. Bei diesem Akku darf der Mitbewerb aus Südkorea bitterrliche Tränen weinen

Snapdragon-Power satt – zumindest meistens

Unter der Haube arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, flankiert von 16 GB RAM und 512 GB Speicher in der hier getesteten Konfiguration.

Das Ergebnis ist genau das, was man von einem aktuellen High-End-Smartphone erwartet.Apps öffnen schnell, Animationen laufen flüssig und Multitasking funktioniert dank des großen Displays ausgesprochen angenehm.

Die 120-Hz-Panels tun ihr Übriges. Scrollen fühlt sich butterweich an und auch grafisch anspruchsvollere Anwendungen oder Videobearbeitung bringen das Magic V6 nicht so schnell aus der Ruhe.

Bei längeren Belastungen zeigt sich allerdings, dass das dünne Gehäuse nicht automatisch perfekte Kühlung bedeutet. Und damit kommen wir zu meinem persönlichen Gaming-Problem, das aber weder was mit Leistung oder Hitzeentwicklung zu tun hat.

Noch einmal die Scheunentore öffnen und überrascht werden.

Neulich durfte ich zu meiner Freude feststellen, dass Netflix gerade Red Dead Redemption für Smartphones gratis im Angebot hat. Das kann auf dem großen Magic V6 Display nur geil sein, dachte ich. Innendisplay aufklappen. Red Dead Redemption starten. Cowboy spielen. Was soll da schon schiefgehen?

Ein Screenshot aus der Mobile Version von Red Dead Redemption auf dem Außendisplay des Magic V6

Nun ja: Das Seitenverhältnis des Innendisplays ist für manche Spiele schlicht problematisch. In meinem Fall sah das Gameplay auf dem großen Bildschirm schrecklich verzerrt aus. Das war nicht ein bisschen störend.

Das fühlte sich eher an wie das Ende von Rockstars Cowboy-Epos, als John Marston die Scheunentore öffnet und von den Gesetzeshütern durchsiebt wird und dabei hab ich kaum das Spiel gestartet

Ein Screenshot aus der Mobile Version von Red Dead Redemption auf dem Innendisplay des Magic V6

Und genau hier wünsche ich mir von Honors AI mehr Softwareintelligenz. Wenn wir inzwischen KI-Assistenten haben, die Texte zusammenfassen, Bilder bearbeiten, Bildschirminhalte analysieren und Anwendungen miteinander verbinden können, dann müsste es doch irgendwann möglich sein, dass ein Smartphone erkennt: „Hey, dieses Spiel sieht auf diesem Seitenverhältnis aus wie ein Unfall, ich optimiere das jetzt.“

Honor, bitte: Ich stelle diese Forderung hiermit offiziell. Denn technisch wäre das Magic V6 durchaus dazu in der Lage, auch anspruchsvolle Spiele flüssig darzustellen. Die Hardware ist nicht das Problem. Das Format ist es.

Dass ich deshalb in diesem Leben noch zum leidenschaftlichen Handy-Gamer werde, wenn ich weiterhin nur den ewigselben Mobile-Game-Mist zocken kann, auch wenn der Schnappddrache 8 bei einem 16-Jahre alten Game sicher keine Schnappatmung kriegen würde.

 

Die Kameras: ziemlich gut, aber nicht ganz Magic 8 Pro

Beim Kamerasystem setzt Honor auf eine 50-MP-Hauptkamera, eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera und eine 64-MP-Periskop-Telekamera mit 3-fachem optischem Zoom. Dazu kommen 20-MP-Selfiekameras auf beiden Displays.

Das klingt nicht nur ordentlich – es funktioniert auch so.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht sehr gute Ergebnisse mit kräftigen Farben, großem Dynamikumfang und hoher Detailzeichnung. Die Telekamera ist für ein Foldable besonders erfreulich und liefert einen echten Mehrwert bei Portraits und entfernten Motiven.

Gerade die 64-MP-Periskopkamera mit ihrer optischen Stabilisierung ist ein starkes Stück Hardware. Honor setzt zusätzlich auf KI-gestützte Farbberechnung und Multi-Kamera-Fusion.

Auch Videos können sich sehen lassen. Aufnahmen sind bis 4K mit 60 Bildern pro Sekunde möglich, wobei die Stabilisierung gerade bei bewegten Aufnahmen überzeugt.

Im Vergleich zu meinem Honor Magic 8 Pro muss sich das Magic V6 bei der Kamera allerdings geschlagen geben. Das ist keine Katastrophe – ganz im Gegenteil. Für ein Foldable ist das Kamera-Setup hervorragend.

Aber wenn ich ausschließlich nach der Kameraqualität gehe, würde ich es gegen mein geliebtes Honor Magic 8 Pro niemals tauschen. Besonders bei schwierigen Lichtbedingungen und bei Selfies merkt man, dass die Bauweise des Foldables Kompromisse verlangt. Auch andere Tests kommen zu einem ähnlichen Schluss: Die Kameras sind stark, erreichen aber nicht ganz das Niveau der besten klassischen Kamera-Flaggschiffe.

Robustheit: Foldable ohne Samthandschuhe

Neben dem Nanocrystal Shield verdient auch die allgemeine Robustheit Aufmerksamkeit.

Das Magic V6 besitzt eine IP68- und IP69-Zertifizierung und ist damit gegen Staub sowie Wasser beziehungsweise starke Wasserstrahlen geschützt. Honor nennt außerdem eine Belastbarkeit des Scharniers von bis zu 500.000 Faltvorgängen.

Dank dieser Schutzklasse-Zertifizierungen nimmt man ein Gerät dieser Preisklasse im Alltag nimmt einfach entspannter mit.

Die Fotos der Kameras des Honor Magic V6

Zum Vergleich: ähnliche Fotos mit den Kameras des Honor Magic 8 Pro

Fazit: Das Honor Magic V6 ist ein Foldable, das ich tatsächlich behalten möchte

Nach einem Monat Testzeit bleibt vor allem ein Eindruck hängen: Das Honor Magic V6 wirkt nicht mehr wie ein Kompromiss zwischen Smartphone und Tablet. Es fühlt sich zunehmend wie eine eigenständige Gerätekategorie an.

Zusammengeklappt habe ich ein erstaunlich dünnes Smartphone mit einem hervorragenden äußeren Display. Aufgeklappt bekomme ich einen fast acht Zoll großen Bildschirm, der sich für Medienkonsum, effizientes Arbeiten und Multitasking hervorragend eignet.

Dazu kommen ein Akku, der für ein Foldable beinahe unverschämt groß ist, sehr gute Kameras, enorm viel Rechenleistung und ein robustes Gehäuse. Die größten Schwächen liegen weniger in der Hardware als in der Software.

Das Gaming-Erlebnis auf dem ungewöhnlichen Seitenverhältnis kann je nach Spiel frustrierend sein. MagicOS 10 hat viel Potenzial, wirkt aber stellenweise noch nicht so konsequent auf das Foldable-Format optimiert, wie es bei einem Gerät dieser Preisklasse wünschenswert wäre. Auch die Kamera kann trotz ihrer Qualität nicht ganz mit dem hauseigenen Kamera-Flaggschiff Magic 8 Pro mithalten.

Aber das Gesamtpaket ist beeindruckend. Vor allem die Kombination aus schlankem Design und Akkukapazität ist aktuell schwer zu ignorieren. Honor zeigt ziemlich eindrucksvoll, dass die Zeit von fetten, schweren Foldables vorbei ist und das ist vielleicht die größte Leistung des Magic V6.

Man klappt es auf, benutzt es, klappt es wieder zu und denkt irgendwann nicht mehr darüber nach, dass man ein kleines Tablet in der Hosentasche herumträgt. Bis es einem aus der Hand fällt.

Dann denkt man wieder darüber nach, kommt kurz ins Schwitzen, weil da gerade ein durchschnittliches, österreichisches Monats-Netto-Gehalt auf dem Boden zerschellt sein könnte. Dann hebt man es auf und ist erleichtert und erstaunt wie robust dieses Gerät ist.

Nein: Das Magic V6 ist nicht perfekt. Aber es kommt dem Ideal eines alltagstauglichen Foldables verdammt nahe. Die Kombination aus der schlanken Bauweise, den hervorragenden Displays, dem riesigen Silizium-Karbon-Akku, der starken Performance und der robusten Konstruktion macht das Magic V6 zu einem Gerät, das nicht bloß durch seine Faltbarkeit beeindrucken möchte. Es möchte tatsächlich benutzt werden. Und genau das gelingt.

Wer ein Smartphone sucht, das sich auf Wunsch in ein kleines Tablet verwandelt und dabei trotzdem nicht wie ein kleiner Ziegelstein in der Hosentasche liegt, bekommt hier ein außergewöhnlich rundes Gesamtpaket.

Wer hingegen hauptsächlich Gaming betreibt oder die absolut beste Smartphone-Kamera sucht, findet bei klassischen Flaggschiffen möglicherweise passendere Alternativen.

Für mich überwiegen die Stärken allerdings ganz klar. Das Honor Magic V6 ist dünn, ausdauernd, robust, schnell und verdammt angenehm zu benutzen. Nach einem Monat möchte ich es vor allem deshalb nur ungern wieder hergeben.

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