Soundcore Liberty 5 Pro Max Test: Viele Funktionen und ein Ladecase mit eigenem Screen

von David 26.07.2026

Die Soundcore Liberty 5 Pro Max glänzen mit sehr gutem Sound, einem Thus-KI-Chip und einem großen Touchdisplay im Case.

Normalerweise steht Soundcore für sehr gute Qualität bei In-Ear-Kopfhöreren, zum erschwinglichen Preis wie z.B. die Soundcore Liberty 5 mit ANC (Active Noise Cancelling) um 100 Euro. Nach den Liberty 5 Pro setzt Soundcore mit den Liberty 5 Pro Max um 250 Euro noch einmal einen drauf. Dafür bekommt ihr acht Mikrofone, zwei Knochenschallsensoren, Bluetooth 6.1, LDAC, Dolby Audio, Sprach und ein großes Touchdisplay, mit dem ihr die Kopfhörer, ohne App und ohne mitgeliefertem Sprachassisten steuern könnt. Darin besteht auch der größte Unterschied zu den Liberty 5 Pro. Alle Details gibt’s jetzt hier im Review. Die offzielle Homepage von Anker, findet ihr hier.

Design & Tragekomfort

Schon beim ersten Auspacken fällt auf, dass Anker bei den Soundcore Liberty 5 Pro Max ergonomisch vieles richtig macht. Die Ohrhörer schmiegen sich dank ihrer geschwungenen Form hervorragend an das Innenohr an, ohne unangenehme Druckstellen zu erzeugen. Um für unterschiedlichste Gehörgänge den idealen Sitz zu gewährleisten, liegen im Lieferumfang zahlreiche Silikon-Aufsätze sowie kleine Haltefinnen bei. Dadurch bleiben die In-Ears bei mir auch bei intensiven Bewegungen bombenfest an Ort und Stelle. Auch Schweiß oder ein plötzlicher Regenschauer können dem Modell dank einer soliden IP55-Zertifizierung für Staub- und Strahlwasserschutz nichts anhaben. Ein optisches Highlight ist das Ladecase. Es wirkt trotz der integrierten Technik extrem hochwertig verarbeitet und besitzt eine geschmeidige Schiebe-Mechanik. Durch das eingebaute AMOLED-Display auf der Oberseite wirkt das Etui futuristisch, liegt aber dennoch angenehm kompakt in der Tasche.

Das Case

Beim ersten Aufklappen wird euch gleich mal der Akkustand der beiden Kopfhörer und des Etuis angezeigt. Mit einem Wischer nach links, könnt ihr die Mediensteuerung übernehmen und so Lieder pausieren, starten und in einer Playliste zurück oder weiter gehen. Mit einem Wischer nach rechts könnt ihr die vier verschiedenen ANC-Einstellungen (dazu später noch mehr) auswählen.

Nocheinmal rechts und ihr könnt eure Soundeffekte, bzw. voreingestellten bzw. eigens kreierten Equalizer einstellen. Weiters könnt ihr ganz viele Einstellungen übernehmen, wie die Helligkeit des Case, das Hintergrundbild, könnt eine Face-to-Face Übersetzung starten, könnt eure Handykamera auslösen  und für mich im Alltag besonders wichtig, könnt ihr bis zu drei Geräte gleichzeitig verbinden und per Etui sogar verwalten. Damit ist Handy, Konsole und Arbeitslaptop immer problemlos verbunden ohne, dass ich lästig herum switchen muss. Das ist wirklich ein besonders cooles Feature und damit gehören nervige An- und Abmeldungen der Vergangenheit an. Ihr könnt also mit dem Case wirklich sehr viel steuern und ihr habt auch die Möglichkeit Gespräche aufzunehmen und sie per KI zusammenfassen zu lassen (dazu ebenfalls später noch mehr). Wenn euch dieser hohe Komfort das wert ist, dann sei bereits an dieser Stelle gesagt, dass sich die Soundcore Liberty 5 Pro Max für euch lohnen werden. Aber das ist ja noch längst nicht alles, kommen wir mal zur Kernkompetenz, der Soundqualität.

Klangqualität & Soundprofil

In puncto Audioqualität liefern die In-Ears eindruckvolles, aber zugleich überraschend detailliertes Klangbild ab. Die verbauten, dynamischen Treiber sorgen für volle und präzise Bässe, die den nötigen Punch mitbringen, ohne dabei die Mitten zu überlagern. Mitten und Höhen werden fein aufgeschlüsselt, was Gesangsstimmen eine natürliche Präsenz verleiht und Instrumente klar im Raum platziert. Die Soundstage wirkt für kompakte In-Ear-Kopfhörer erstaunlich breit und räumlich. Wer das Soundprofil individuell anpassen möchte, findet in der Soundcore-App mächtige Werkzeuge. Neben einem flexiblen 8-Band-Equalizer lässt sich über die HearID-Funktion ein maßgeschneidertes Hörprofil erstellen.

Dabei misst die App das individuelle Gehör der Nutzer:innen und gleicht Frequenzschwächen automatisch aus, was zu einem merklich ausgewogeneren und auf die eigenen Ohren abgestimmten Hörerlebnis führt.  Auch das Dolby Audio Erlebnis, mit und ohne Kopf tracking führt zu beeindruckenden, musikalischen Ergebnissen. Alles in allem bekommt man hier von Soundcore die gewohnt gute Qualität.

Active Noise Cancelling (ANC) & Transparenzmodus

Das adaptive Active Noise Cancelling der neuesten Generation (ANC 4.0) blendet Umweltgeräusche äußerst effektiv aus.

Tieffrequenter Lärm, wie er in Flugzeugen, Zügen oder bei Fahrten im öffentlichen Nahverkehr vorkommt, wird beinahe vollständig eliminiert. Meine Straßenbahn- und Busfahrten waren äußerst ruhig und auch ein Fußweg an einer befahreneren Straße lässt am höchsten ANC Level kaum etwas durch. Selbst höherfrequente Töne und vorbeigehende Stimmen dämpfen die Kopfhörer zuverlässig ab, sodass Hörer:innen auch im belebten Großraumbüro in eine ruhige Arbeitsatmosphäre eintauchen können. Störende Windgeräusche an windigen Tagen oder beim Radfahren filtert die Elektronik dank angepasster Algorithmen effektiv heraus. Besonders begeistert bin ich vom Transparenzmodus, wo Gespräche wieder ganz normal verstanden werden. Das ist noch nicht so wahnsinnig besonders, aber das coole ist, dieser Modus aktiviert sich immer dann, wenn ich gerade spreche. Ist mein Gespräch beendet, schalten die Kopfhörer wieder zurück in den ANC-Modus. Abermals ein sehr praktisches Komfortfeature, das mir die manuelle Steuerung abnimmt.

Stabil und ausdauernd

Auf der Ausstattungsseite lassen die Soundcore Liberty 5 Pro Max kaum Wünsche offen. Dank Bluetooth 6.1 bauen die Ohrhörer eine extrem stabile Verbindung auf und unterstützen neben den Standard-Codecs auch den hochauflösenden LDAC-Codec für verlustfreie Audioübertragung von hochauflösenden Musikdateien. Die Akkulaufzeit überzeugt auf ganzer Linie. Bei eingeschaltetem ANC halten die Stöpsel rund 6,5 Stunden durch, während sie ohne Geräuschunterdrückung sogar bis zu 12 Stunden am Stück laufen. Zusammen mit dem Ladeetui kommt man dann auf gute 30 Gesamtstunden Wiedergabezeit. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass ichmit dem Ladeetui gute fünf, Tage ohne neue Aufladung hinbekomme. Mit einem „Hey Anker“, startet ihr außerdem den Sprachassistenten, mit dem ihr das Gerät ebenfalls gut bedienen könnt. Sprich ihr könnt das Gerät über den Assistenten, das Case oder die App ansteuern, was im Alltag, je nach Situation viele Freiheiten gewährt.

Automatisierte Zusammenfassungen

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist das innovative KI-Featureset, welches Anker direkt in die Kopfhörer und das Smart-Case integriert hat. Über die Mikrofone der Ohrhörer oder die im Display-Case verbauten Mikros lassen sich spontane Sprachnotizen, Telefonate oder persönliche Meetings auf Knopfdruck aufzeichnen. Die gekoppelte App wandelt das Gesprochene anschließend automatisch in geschriebenen Text um und generiert mithilfe künstlicher Intelligenz eine strukturierte Zusammenfassung der wichtigsten Kernaussagen. Ist jetzt an und für sich nichts Neues, aber es ist wirklich eine Besonderheit, dass die Kopfhörer das draufhaben und so einfach zur Verfügung stellen. Für alle Anwender:innen, die viel unterwegs sind und wichtige Details aus Besprechungen ohne Mitschrift sichern wollen, ist das ein super Produktivitätsgewinn. Bei mir haben sowohl Transkription, wie auch Zusammenfassung in mehreren Gesprächen und Meetings sehr gut funktionert. Es gibt aber hier leider ein großes Aber. Der größte Wermutstropfen bei diesem zukunftsweisenden Feature liegt in der Monetarisierung. Soundcore gewährt zwar monatliche 120 Freiminuten, schaltet den vollumfänglichen und unbegrenzten Zugriff auf die Transkriptionen jedoch nur über ein kostenpflichtiges Abonnementsystem frei. Ich persönlich komme leider mit den 120 Minuten pro Monat nicht aus.

Wer die KI-Funktionen dauerhaft intensiv nutzen möchte, muss hier ein Abomodell wählen. Es gibt ein Paket um 18 Euro monatlich, wo 1200 Minuten inkludiert sind. Ihr könnt das gleiche Paket auch halbjährlich oder jährlich für jeweils 73 oder 111 Euro erhalten. Ein Unlimited Abo für 225 Euro ist ebenfalls enthalten, für all jene die überhaupt kein Limit haben wollen. Ich finde es schade, dass es nicht ein bisschen mehr Freiminuten gibt, allerdings wird das Feature sowieso in einem Arbeitskontext genutzt werden. Nutzt man das Feature jedoch wirklich, können die Texte ohne Probleme exportiert, eine Gesamtübersicht erstellt, Sprecher:innen gekennzeichnet, Vorlagen erstellt, KI unterstütztes Sortieren genutzt und stille Passagen übersprunge werden. Unabhängig von den Kosten, hat mich Anker beeindruckt, was alles möglich ist. An und für sich bringt mir die Aufzeichnung und die anschließende Zusammenfassung bzw. Weiterverarbeitung einen hohen Produktivitätsgewinn und das Feature an und für sich finde ich sehr zukunftsweisend und cool.

Soundcore Liberty 5 Pro Max Fazit

Im Vergleich zur etablierten Konkurrenz aus dem Premium-Segment rund um Sony, Bose oder Sennheiser schlägt sich das neue Flaggschiff von Soundcore bemerkenswert gut. Während die Platzhirsche für ihre Topmodelle oft deutlich höhere Preise aufrufen, bietet Anker ein Paket, das beim Funktionsumfang und bei der ANC-Leistung ganz oben mitspielt. Klanglich liefern sie ein Niveau, das dem Großteil der audiophilen Kundschaft vollkommen ausreicht, und übertreffen die Mitbewerber bei Akkulaufzeit und Smart-Features wie dem Case-Display sogar stellenweise. Trotz der Folgekosten für das optionale KI-Abonnement erhält man ein beeindruckendes Gesamtpaket, das ein extrem starkes Preis-Leistungs-Verhältnis zeigt und den Top-Marken ordentlich Konkurrenz macht.

Wertung: 9 Pixel

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